, Volume 83, Issue 9, pp 775-778
Date: 13 Sep 2012

Ansprüche des Nephrologen an den guten Dialysezugang

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Zusammenfassung

Der Gefäßzugang ist die Lebensader des Hämodialysepatienten. Die frühzeitige Anlage einer arteriovenösen (AV-)Fistel zwischen A. radialis und V. cephalica oder der A. brachialis und der V. cephalica oder V. basilica ermöglicht die Entwicklung einer funktionierenden AV-Fistel mit Beginn der Hämodialyse. Dieser Zugang ist am sichersten hinsichtlich der Entwicklung von Infektionen und vital bedrohlicher Komplikationen für Patienten, die zu diesem Zeitpunkt eine hohe Mortalität aufweisen. Bei Patienten mit Arteriosklerose oder Diabetes mellitus ist häufig bereits initial die Anlage einer Oberarmfistel erforderlich. Alternative Zugänge sind Prothesenshunts oder getunnelte zentralvenöse Katheter, die hinsichtlich des Infektionsrisikos ungünstiger sind. Häufige Komplikationen im Verlauf sind Shuntthrombosen, Stenosen, Aneurysmata sowie ein „Steal-Phänomen“. Das Dialysepersonal muss geschult sein, um diese Komplikationen rechtzeitig zu erkennen. Anschließend ist eine zeitnahe gefäßchirurgische Intervention wünschenswert, um den Shunt zu erhalten. Bei zahlreichen Patienten werden durch die lange Dialysezeit komplexe Shuntoperationen erforderlich. Dem Dialyseteam hilft dann zur richtigen Pflege eine Shuntskizze. Die enge Zusammenarbeit des Dialyseteams mit Gefäßchirurgen und interventionell tätigen Radiologen ist für die Prognose des Patienten entscheidend.

Abstract

Vascular access is the lifeline of hemodialysis patients. The superiority of autogenous arteriovenous fistulas compared to prostethic arteriovenous grafts or a central venous catheter is well established. Fistulas have a far lower risk of failure and a reduced requirement for revision compared to prosthetic grafts. Alternative vascular access can be achieved via a prosthetic graft or permanent central venous catheter but the risk of infection is increased. The most important complications are shunt thrombosis, stenosis, aneurysms or steal syndrome. Signs of these complications should be recognized by the dialysis team and early surgical intervention can avoid major complications. In many cases a complex shunt is necessary if the patient has been on dialysis for a long time. Interaction between the dialysis team, nephrologists, surgeons and interventional radiologists can improve the prognosis of dialysis patient.