, Volume 79, Issue 8, pp 738-744
Date: 19 Mar 2008

Prozedurale Analgesie

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Zusammenfassung

Die pathophysiologische Bedeutung starker Schmerzen mit der stressbedingten Folge kritischer Kreislaufbelastungen ist im Bereich der perioperativen Medizin gut dokumentiert. Aber auch unabhängig von chirurgischen Eingriffen im engeren Sinne können sowohl relativ einfache, kurz andauernde Maßnahmen (z. B. Entfernung einer Thoraxdrainage, Verbandswechsel, Reposition einer Fraktur/Luxation) als auch länger andauernde diagnostische Interventionen (z. B. MRT) belastend sein. Für die letztgenannten Prozeduren ist eine begleitende Medikation gelegentlich bereits etabliert, bei kurz andauernden Interventionen jedoch weniger verbreitet. Spezielle Herausforderungen ergeben sich durch die Tatsache, dass im Rahmen der prozeduralen Analgesie dynamische, d. h. sehr wechselhafte Schmerzintensitäten abgefangen werden müssen. Darüber hinaus ist die prozedurale Analgesie eine fachübergreifende Maßnahme und keinesfalls der Anästhesiologie vorbehalten, zumal o. g. Eingriffe oft ohne Beteiligung der Anästhesiologie durchgeführt werden. Gleichwohl müssen bei der Auswahl der Medikamente sowie hinsichtlich der Überwachung während des Eingriffs Mindeststandards erfüllt werden, um die Patienten nicht zu gefährden. Vor allem aber sind an die Qualifikation des Personals entsprechende Anforderungen zu stellen, wobei der Sicherung der Atemwege eine herausragende Stellung zukommt (Stichwort: Facharztstandard).

Der vorliegende Beitrag stellt diese Anforderungen dar und soll als Orientierungshilfe außerhalb des anästhesiologischen Fachgebiets dienen.

Abstract

The effect of severe pain and its hazardous stress-related cardiocirculatory consequences have been well documented for the perisurgical setting. Independently of surgical intervention however, even short and simple measures (e.g. thorax drain removal, repositioning a limb fracture) and longer diagnostic procedures such as MRI are potentially very painful or stressful to the patient. Though longer diagnostic procedures are frequently supported by systemic medication, short interventions regularly lack this aspect. Specific challenges result from the need to counteract sometimes great changes in pain intensity. Moreover procedural analgesia represents a multidisciplinary measure not restricted to anaesthesiology, as most of these measures are performed without anaesthesia. To avoid endangering the patient, the choice of drugs and patient monitoring have to meet certain professional and technical standards. Competence in respiratory management is of paramount importance. This paper outlines these requirements and serves as an orientation outside the anaesthesiological speciality.

Diese Übersichtsarbeit ist Univ.-Prof. Dr. med. Jürgen Jage zum 65. Geburtstag gewidmet.