Die Rolle des Internets bei der Elimination von Infektionskrankheiten

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Zusammenfassung

Hintergrund

Die weltweite Elimination der Masern ist erklärtes Ziel der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Als eine der kritischen Herausforderungen für das Erreichen dieses Zieles benennt die WHO für Länder wie Deutschland das „Management von Wahrnehmungen und Fehlwahrnehmungen“ („perceptions and misperceptions“): Impfkritik und Falschwissen sind beispielsweise im Internet leicht verfügbar und schüren Fehlwahrnehmungen, Vorbehalte und Ängste gegenüber Impfungen. Hingegen kennt kaum noch jemand das Erscheinungsbild der Masern, da diese durch den Erfolg der Impfungen selten auftreten. Masern werden dadurch häufig fälschlicherweise für eine harmlose Kinderkrankheit gehalten. Die Aufklärung über Infektions- und Impfrisiken – verbunden mit der erfolgreichen Entkräftung von Impfkritik – sollte daher ein effektives Management von Wahrnehmungen und Fehlwahrnehmungen bestimmen.

Ziel

Ziel des vorliegenden Beitrags ist es, hierfür konkrete Hinweise zur Diskussion zu stellen. Dabei soll der janusköpfigen Rolle des Internets Rechnung getragen werden: zum einen als Quelle von impfgegnerischen Falschinformationen und den daraus folgenden Fehlwahrnehmungen. Zum anderen wird das Internet als ideales Mittel zur Aufklärung und Korrektur von kursierendem Falschwissen diskutiert, da auch Gesundheitsorganisationen es zunehmend als Informationsplattform nutzen.

Fazit

Der vorliegende Beitrag macht Vorschläge, wie ein effektives Management auf verschiedenen Ebenen der Informationsanbieter machbar sein könnte und wie das Internet aktiv dafür eingesetzt werden kann. Eine kommentierte Linksammlung empfiehlt Internetressourcen für Patienten und Berufstätige im Gesundheitsbereich.

Abstract

Background

The World Health Organization (WHO) has declared the elimination of measles as a global goal. According to the WHO, one critical challenge for countries such as Germany is managing perceptions and misperceptions about vaccination. Criticism and misinformation about vaccines are widespread, e.g., on the Internet, and they support the development of misperceptions, vaccine hesitancy, and fear. By contrast, owing to vaccination the actual incidence of measles is low and hardly anyone is familiar with measles as a severely infectious disease. This may lead to the incorrect perception of measles as a harmless children’s disease. Education on the risks of infection and of vaccination should therefore be combined with effective debunking of misperceptions, both of which should govern the management of perceptions and misperceptions.

Aim

The objective of this contribution is to propose and discuss several approaches with respect to the Janus-like role of the Internet: On the one hand, it serves as a source of anti-vaccination misinformation and is therefore responsible for the development of misperceptions. On the other hand, it can serve as the ideal platform for health agencies to educate the public and to debunk misinformation.

Conclusion

This contribution suggests how an effective management of perceptions and misperceptions can take place on different levels of communication and how the Internet may be actively used to reach this goal. A collection of Internet links for patients and health-care personnel are recommended.