Date: 01 Mar 2013

Arbeit, Alter, Gesundheit und Erwerbsteilhabe

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Zusammenfassung

Die Erforschung des Zusammenhangs von Arbeit, Alter und Gesundheit sowie des Erwerbsverbleibes im höheren Erwerbsalter hat sich in den vergangenen Jahrzehnten überwiegend auf die Gesundheit als zentrale Determinante konzentriert. Wir fragen im vorliegenden Beitrag, ob diese Fokussierung – gerade vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und des erwartbaren zunehmenden Anteils Älterer an der Erwerbsbevölkerung – noch zielführend ist. Es wird ein Denkmodell vorgestellt, das Gesundheit nur als mittelbar den Erwerbsausstieg beeinflussende Größe beschreibt. Wenn ein Beschäftigter vorzeitig aus dem Erwerbsleben ausscheiden will, dann spielen hier letztendlich die Arbeitsfähigkeit und/oder die Motivation zur Erwerbsteilhabe eine Rolle. Dies sind 2 Faktoren, die ggf. anders gewichtete Interventionen erfordern als der Faktor Gesundheit. Unser Modell regt an, die Erwerbsteilhabe Älterer als ein komplexes prozessuales Geschehen mit den Komponenten Arbeit, Sozialstatus und Lebensstil, Gesundheit sowie insbesondere mit den Faktoren Arbeitsmotivation und Arbeitsfähigkeit zu verstehen. Diese Komplexität sollte bei der wissenschaftlichen Bearbeitung der Thematik Berücksichtigung finden; nicht zuletzt in Längsschnittuntersuchungen wie es in der deutschen lidA-Studie (Leben in der Arbeit, http://www.lida-studie.de) der Fall ist. Sollte sich das Denkmodell in wissenschaftlichen Studien (z. B. in lidA) bestätigen, kann es als Orientierungsrahmen für das präventive und interventionelle Handeln in der Praxis, d. h. in der Politik, in Betrieben und in der Fachöffentlichkeit dienen.

Abstract

Research into the associations between work, age, and health and the impact of these associations on employment status has focused on health as a crucial determinant of staying on the job. In our paper, we ask whether concentrating on health is still feasible, particularly when considering the change in demographics and the increasing proportion of older people in the workplace. We introduce a theoretical model describing health as a variable that indirectly influences leaving employment. According to our model, the immediate decision to leave employment is due to work motivation and work ability. These two factors may require intervention activities different from those needed to improve health. Our model explains employment participation as a result of complex associations between work, socioeconomic status, lifestyle, and health especially with work ability and work motivation. The complexity of these processes should be considered in studies by conducting longitudinal investigations like the German lidA study (http://www.lida-studie.de). If the model is verified in scientific studies like lidA, it can be used as a basis for preventive and intervening activities in practice, i.e., in politics, enterprises, and science.