Date: 23 Mar 2012

Langzeitüberleben von Frühgeborenen

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Zusammenfassung

Angesichts der verbesserten Überlebensrate von sehr kleinen Frühgeborenen sind zu ihrer Lebensqualität diverse Langzeitstudien durchgeführt worden. Sie zeigen einen weitgehend konstanten „Preis der Frühgeburtlichkeit“ von 25 bis 30% an neurologischen Folgeschäden. Über diese früh feststellbaren „Major Handicaps“ hinaus können in jeder Lebensphase weitere – zwar weniger schwere, aber nicht minder belastende – Probleme auftreten. Hierzu gehören im Schulalter Wachstumsstörungen und kognitive Defizite, im Adoleszentenalter psychosoziale Integrationsschwierigkeiten und im Erwachsenenalter, gerade wenn der Fetus durch eine intrauterine Mangelversorgung geprägt wurde, ein „metabolisches Syndrom“. Die epidemiologische Forschung hat somit neben der Rolle der Zentralisierung für die Qualität der Perinatologie auch auf die Bedeutung einer längerfristigen Perspektive in der Prognoseabschätzung von Frühgeborenen aufmerksam gemacht. Ähnlich wie bei jungen Erwachsenen mit angeborenen Herzfehlern, muss auch hier für eine wachsende Gruppe von Langzeitüberlebenden ein adäquates Versorgungsangebot bereitgestellt werden. Zudem lassen die Langzeitfolgen der intrauterinen Prägung erkennen, dass der Perinatalmedizin eine weit über das „Babyalter“ hinausreichende primärpräventive Rolle zukommt.

Abstract

In view of the increased survival rate of very preterm neonates, several longitudinal studies were done to assess the quality of life of the survivors. They revealed a fairly constant rate of 25–30% of sensorineural and/or motor impairment. Beyond those “major handicaps,” further problems may arise in every single period of life, which, albeit less severe, add to the burden of prematurity. These include growth retardation and cognitive delay in the school age, affected psychosocial behavior during adolescence, and the “metabolic syndrome” of formerly malnourished fetuses in adulthood. Thus, the epidemiologic studies not only confirmed the role of regionalization in the quality of perinatology, but also supported a more farsighted approach to the sequelae of prematurity. Like in young adults who grew up with congenital heart defects, also in former preterm neonates, appropriate medical care has to be provided for an increasing number of long-term survivors. Moreover, the life-long effects of metabolic imprinting in growth-retarded fetuses underline the primary-preventive role of perinatal medicine, extending far beyond the “baby” stage of human development.