Patientenselbsthilfe, Nutzerperspektive und Versorgungsforschung

Leitthema: Selbsthilfe

DOI: 10.1007/s00103-009-0744-5

Cite this article as:
Borgetto, B. & von dem Knesebeck, O. Bundesgesundheitsbl. (2009) 52: 21. doi:10.1007/s00103-009-0744-5

Zusammenfassung

Die Gesundheitsversorgung kommt ohne die Eigenverantwortung, Selbsthilfe und aktive Mitarbeit der Patienten nicht aus. Der vorliegende Beitrag gibt daher einen Überblick über die Forschung zu Selbsthilfegruppen und Selbsthilfeorganisationen. Die Forschungsergebnisse zeigen, dass die gemeinschaftliche Selbsthilfe chronisch Kranker und Behinderter in Gruppen und Organisationen einen wichtigen eigenständigen Beitrag zur Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland leistet. Vor allem Selbsthilfegruppen tragen zur gegenseitigen sozialen Unterstützung, zur Informationsaneignung und zu Einstellungsänderungen bei den Betroffenen und in deren sozialem Umfeld bei. Sie entlasten die primären Netzwerke der Betroffenen und unterstützen bei der gezielteren Inanspruchnahme professioneller Dienste. Abgesehen von Beratungen sind Dienstleistungen und andere Hilfsangebote von Selbsthilfeorganisationen bislang noch wenig untersucht worden. Selbsthilfeaktivitäten werden zunehmend durch das Sozialversicherungssystem gefördert und in das Versorgungssystem integriert. Die Kooperation zwischen Selbsthilfe und professionellem System ist jedoch von einem Ungleichgewicht zwischen Laien und Experten geprägt. Angesichts dieser Ergebnisse sollten Selbsthilfe, Nutzerperspektive und das gesundheitsbezogene Laienhandeln in den Konzeptualisierungen und Definitionen der Versorgungsforschung einen größeren Stellenwert bekommen.

Schlüsselwörter

Patientenselbsthilfe Selbsthilfegruppen Selbsthilfeorganisationen Nutzerperspektive Versorgungsforschung 

Patient self-help, user perspective and health services research

Abstract

Patient’s individual responsibility, self-help and active co-operation are essential for the health care system. This paper presents a synopsis of research in self-help groups and self-help organizations. Studies provide evidence that self-help initiatives are an important contribution to population health. Especially self-help groups increase mutual aid and social support, knowledge about the disease and its consequences and possibilities for changing attitudes of the group members and their social environment. They disburden primary networks and families and reinforce an ’intelligent‘ utilization of professional health care services. There has been as yet hardly any systematic investigation of the activities of self-help organizations, except from counseling services. Self-help groups and organizations increasingly receive financial support from the social security system and have increasingly become part of the health care system. However, the co-operation between selfhelp initiatives and the professional health care system is characterized by an imbalance between laymen and experts. Given these results, self-help, user perspective and the health-related behavior of laymen should obtain more significance in the conceptualization and definitions of health services research.

Keywords

patient self-help self-help groups self-help organizations user perspective health services research 

Copyright information

© Springer Medizin Verlag 2009

Authors and Affiliations

  1. 1.Hochschule für angewandte Wissenschaft und KunstHildesheimBRD
  2. 2.Universitätsklinikum Hamburg-EppendorfHamburgBRD
  3. 3.Professur für Gesundheitsförderung und PräventionHochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst HAWK, Fakultät Soziale Arbeit und Gesundheit, Studiengänge Ergotherapie, Logopädie und PhysiotherapieHildesheimBRD

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