Date: 18 Jul 2008

Kulturelle Aspekte bei ethischen Entscheidungen am Lebensende und interkulturelle Kompetenz

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Zusammenfassung

Das Ende des menschlichen Lebens ist wie nie zuvor technologisch gestaltbar. Die neuen technischen Eingriffsmöglichkeiten bringen zugleich neue ethische Fragen mit sich. Diese Fragen gewinnen eine besondere Komplexität, wenn der Pluralismus der Wertüberzeugungen und -haltungen zu den konstitutiven Eigenschaften einer Gesellschaft gehört. Im vorliegenden Beitrag werden 3 reale Fallbeispiele, in der unterschiedliche kulturell-religiöse Wertvorstellungen eine maßgebliche Rolle spielen, diskutiert. Die Therapiezieländerung am Lebensende, die Weitergabe einer infausten Diagnose und Prognose sowie die Ermittlung des mutmaßlichen Willens eines entscheidungsunfähigen Patienten machen die ethischen Kernfragen dieser Fälle aus. Aufgrund der demographischen Entwicklungen in Deutschland ist es absehbar, dass die Anzahl solcher medizinethischen Konfliktfälle im interkulturellen Arzt-Patienten-Verhältnis in absehbarer Zukunft stetig steigen wird. Der Autor dieses Beitrags vertritt die Auffassung, dass in der Gesundheitsversorgung rechtzeitig Maßnahmen entwickelt werden müssen, um den Gesundheitsberufen im Umgang mit kulturbedingten ethischen Konflikten am Lebensende eine Entscheidungsunterstützung anzubieten. Er sieht die interkulturelle Kompetenz und kultursensible und -sensitive Patientenverfügungen als mögliche Hilfsmittel zur Lösung solcher komplexen ethischen Konflikte. Weitere Empfehlungen werden im Anschluss konkretisiert.

Abstract

Advances in medical science and technology offer new medical interventions at the end of life. These new medical measures create new ethical issues, which increase in complexity in a multicultural society. This paper discusses three cases, in which cultural value systems play a decisive role. Change in the goals of therapy, truth telling of diagnosis and prognosis and presumed will of the patient are the key ethical points in these cases. Because of growth in minority populations in Germany, it is foreseeable that the number of these issues will increase in the near future. The author of this paper argues that concepts and measurements must be urgently developed in health care systems to help the medical staff in their daily practises. According to him, cultural competence and cultural sensitive advanced directives can be helpful for solving complex ethical problems at the end of life. Other interventions and measurements were also described for improved end-of-life care in multicultural setting.