Date: 25 Aug 2006

Surveillance Lebensmittel-übertragener Infektionserkrankungen durch das Infektionsschutzgesetz

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Zusammenfassung

Die Epidemiologie Lebensmittel-übertragener Erkrankungen hat sich verändert. Ausbrüche treten in zunehmendem Maße als Ansammlung räumlich oder zeitlich verteilter Einzelerkrankungen in Erscheinung und nicht mehr nur als leicht identifizierbare Gruppenerkrankungen. Dies erschwert und verzögert die Identifizierung des epidemiologischen Zusammenhangs. Die Surveillance (Überwachung) meldepflichtiger Infektionen muss sich diesen Veränderungen anpassen, um derartige Ausbrüche frühzeitig erkennen und nachfolgend deren Ursache identifizieren und ausschalten zu können. Mit In-Kraft-Treten des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) 2001 ist dem öffentlichen Gesundheitsdienst v. a. durch die detaillierte Erfassung von Einzelfällen und deren zeitnahe elektronische Übermittlung ein wirksames Instrument an die Hand gegeben, um Infektionskrankheiten effektiver überwachen zu können. Nach dem IfSG besteht eine Meldepflicht für den Nachweis akuter Infektionen für die überwiegende Zahl der bekannten gastrointestinalen Infektionserreger (aber auch für Lebensmittelvergiftungen und akute infektiöse Gastroenteritiden). Eine erfolgreiche Surveillance Lebensmittel-übertragener Erkrankungen benötigt aber im Besonderen die Mitarbeit der niedergelassenen und klinisch tätigen Ärzte. Das Anfordern einer labordiagnostischen Untersuchung von Stuhlproben bei Patienten mit gastrointestinaler Symptomatik ist der Ausgangspunkt einer jeden Surveillance infektionsbedingter enteraler Erkrankungen. Die weiterführende Fein typisierung der Erreger ist ein wertvolles Instrument zur Erkennung von Infektionszusammenhängen. Jedoch ist ohne eine ausreichend große Zahl labordiagnostischer Erregernachweise die Möglichkeit zur Erkennung und Untersuchung Lebensmittel-übertragener Ausbrüche und damit auch für die Aufdeckung alter und neuer Gefahrenquellen bei der Herstellung und Lagerung von und beim Handel mit Lebensmitteln stark eingeschränkt.

Abstract

The epidemiology of infectious foodborne diseases has changed. Outbreaks more frequently occur geographically dispersed or protractedly over longer periods of time, and they often appear as a scatter of seemingly sporadic cases. This hampers and delays the identification of their epidemiological link. The surveillance of infectious foodborne diseases has to be refined accordingly to be able to detect these diffuse outbreaks. The German Protection against Infection Act, enacted in 2001, offers the potential of increased sensitivity due to timely electronic reporting of individual cases and detailed data accompanying each report. In addition to a timely and comprehensive reporting system, subtyping of pathogens has become an invaluable tool in identifying epidemiologically linked cases, i.e. outbreaks. Still, the sensitivity of foodborne disease surveillance still hinges on the willingness of physicians to order stool testing for enteric pathogens (and to report suspected outbreaks to local health departments). Without the active participation of physicians, the chance of detecting outbreaks and successfully investigating them is markedly reduced. Consequently, the general preventive strategy would be jeopardised, namely to understand the (often new) mechanisms by which contamination and disease transmission occur well enough to interrupt them.