Der Anaesthesist

, Volume 58, Issue 8, pp 795–799

Infektionsreduktion bei peripherer Katheterregionalanästhesie

Klinische Studie zur Desinfektionszeit und zur subkutanen Tunnelung bei interskalenärer Plexusanästhesie

Authors

    • Abteilung für Anästhesie und IntensivtherapieOrtenau-Klinikum Achern
  • F. Reisig
    • Abteilung für Anästhesie und Zentrum für IntensivmedizinBG Unfallklinik
  • L. Zimmermann
    • Abteilung für Anästhesie und Zentrum für IntensivmedizinBG Unfallklinik
  • J. Büttner
    • Abteilung für Anästhesie und Zentrum für IntensivmedizinBG Unfallklinik
Originalien

DOI: 10.1007/s00101-009-1586-0

Cite this article as:
Neuburger, M., Reisig, F., Zimmermann, L. et al. Anaesthesist (2009) 58: 795. doi:10.1007/s00101-009-1586-0
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Zusammenfassung

In der vorliegenden Untersuchung wurde überprüft, ob sich die Anzahl katheterassoziierter Infektionen nach Desinfektion mithilfe einer 10 min einwirkenden 70%igen alkoholischen Lösung vor der Anlage einer kontinuierlichen Regionalanästhesie in talgdrüsenreichen Arealen bei gleichzeitiger konsequenter subkutaner Untertunnelung des Katheters reduzieren lässt. In die prospektive Untersuchung flossen 1134 kontinuierliche interskalenäre Plexusanästhesien (nach Meier) ein. In Gruppe 1 (473 Katheter) war eine klassische dreimalige Wischdesinfektion durchgeführt worden. In Gruppe 2 (661 Katheter) war eine mindestens 10-minütige Sprüh- und Wischdesinfektion vorgenommen worden. Während in Gruppe 1 lediglich 19% der Katheter subkutan getunnelt worden waren, waren in Gruppe 2 89% der Katheter subkutan getunnelt worden. In Gruppe 1 fanden sich in 5,3% der Fälle (n=25) leichtgradige sowie in 6,8% der Fälle (n=32) klinisch relevante Infektionen. In Gruppe 2 traten in 5,6% der Fälle (n=37) leichtgradige und in 2,0% der Fälle (n=13) klinisch relevante Infektionen auf. Der Unterschied zwischen den Gruppen bezüglich der klinisch relevanten Infektionen ist signifikant (p<0,002). Die Durchführbarkeit der 10-minütigen Desinfektion hatte sich im klinischen Alltag problemlos gestaltet und zu keinen Verzögerungen im Ablauf geführt. Aufgrund der Ergebnisse muss davon ausgegangen werden, dass die 10-minütige Einwirkzeit einer 70%igen alkoholischen Lösung zur Desinfektion in Kombination mit einer subkutanen Untertunnelung im talgdrüsenreichen Areal am Hals des Patienten die Häufigkeit klinisch relevanter Infektionen bei peripherer Katheterregionalanästhesie signifikant senkt.

Schlüsselwörter

InfektionRegionalanästhesieKatheterHygieneDesinfektionTunnelung

Infection control in continuous peripheral regional anesthesia

Clinical study on disinfection time and subcutaneous tunneling in interscalene plexus anesthesia

Abstract

In the present study the efficacy of subcutaneous tunneling and a 10 min disinfection time with a 70% alcoholic solution to reduce the infection rate in continuous interscalene plexus anesthesia were examined. In a prospective study 1,134 continuous interscalene plexus anesthesias were included. In group 1 (473 catheters) a cotton swab was soaked with the alcoholic solution and swabbed 3 times at the puncture site in the classical manner. In group 2 (661 catheters) disinfection was carried out by spray and swab application with a disinfection time of at least 10 min. In group 1, 19% of the catheters were tunneled subcutaneously, whereas in group 2 this occurred in 89%. In group 1 inflammation occurred in 25 cases (5.3%) and an infection in 32 cases (6.8%). In group 2 there were 37 cases of inflammation (5.5%) and 13 infections (2.0%). The difference between the groups in the infection rate is statistically significant (p<0.002). The practicability of the 10 min disinfection time in the clinical routine was excellent. A 10 min disinfection time with a 70% alcoholic solution combined with subcutaneous tunneling led to a significantly lower infection rate in continuous peripheral regional anesthesia in the neck of the patient.

Keywords

InfectionRegional anesthesiaCatheterHygieneDisinfectionTunneling

Copyright information

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