, Volume 58, Issue 2, p 121
Date: 13 Feb 2009

Kortikosteroidinsuffizienz bei kritisch Kranken

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Jeder physische und psychische Stress, insbesondere aber auch jede schwere Erkrankung aktiviert die hypothalamische hypophysäre adrenale Achse. Die Folge ist ein Anstieg des Kortisols im Plasma um ein Vielfaches der Normalwerte. Bei kritisch Kranken ist die Höhe dieses Anstiegs direkt mit der Schwere der Erkrankung korreliert. Ist dieser Kortisolanstieg aber im Verhältnis zur Schwere der Krankheit inadäquat, spricht man von einer relativen Nebenniereninsuffizienz, nach der neuen Nomenklatur von einer Kortikosteroidinsuffizienz bei kritisch Kranken [„critical illness-related corticosteroid insufficiency“ (CIRCI); [4]]. Es ist schon lange bekannt, dass diese mit einer signifikant erhöhten Mortalität assoziiert ist.

Die Glukokortikoide gehören zu den klassischen Stresshormonen. Sie haben nicht nur einen wesentlichen Einfluss auf den Glucose-, Protein- und Fettmetabolismus, sondern sie beeinflussen auch das kardiovaskuläre System. Sie steigern die myokardiale Kontraktilität, den Gefäßtonus ...