, Volume 58, Issue 3, pp 273-284

Intensivmedizin als Bestandteil des Pflicht-Curriculums

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Zusammenfassung

Hintergrund

Mit dem Ziel, praktische Erfahrungen möglichst früh in die studentische Ausbildung einfließen zu lassen, wurde ein Modellstudiengang von der medizinischen Fakultät der RWTH Aachen konzipiert, der seit dem Wintersemester 2003 für alle Studierenden des Jahrgangs angeboten wird. Schon vor dieser Umstrukturierung wurde das Fach „Anästhesiologie“ als Pflichtveranstaltung mit Praktika in den Bereichen Anästhesiologie und Notfallmedizin eingeführt. Für den Modellstudiengang sollte nun auch für den Bereich Intensivmedizin unter Berücksichtigung der zeitlichen Vorgaben und personellen Ressourcen ein solches Praktikum entwickelt werden. Zur Qualitätskontrolle war eine Evaluation des Praktikums in schriftlicher, anonymisierter Form sowohl durch die teilnehmenden Studierenden als auch durch die Lehrkräfte vorgesehen.

Methodik

Basierend auf den Evaluationsdaten ähnlicher Veranstaltungen wurde für das achte bzw. neunte Semester ein einwöchiges Blockpraktikum für jeweils 6 Studenten/Woche entwickelt, das sich an die ein- bzw. zweiwöchigen Blockpraktika in der Anästhesie bzw. Notfallmedizin anschließt. Schwerpunkte dieses Blockpraktikums sind Definition, Diagnose, Therapie und Prophylaxe der Sepsis, Grundlagen der maschinellen Beatmung und die strukturierte Patientenvorstellung im Rahmen der täglichen Visite. Diese Themen werden mit einem Dozenten in 4 Seminaren begleitend zum praktischen Unterricht erarbeitet. Auf den Stationen ist jeder Studierende jeweils einem Stationsarzt zugeteilt, um die praktische Umsetzung der theoretischen Inhalte zu erlernen. Das Praktikum endet am letzten Tag mit einer abschließenden Lehrvisite unter Aufsicht des Dozenten, bei der die Studierenden die Patientenvorstellung selbst vornehmen und erlernte Kenntnisse sowie Fähigkeiten rekapituliert werden können. Erstmals im Sommersemester 2007 angeboten, durchliefen in dieser Zeit 83 Studierende das Blockpraktikum Intensivmedizin und bewerteten die Veranstaltung mit dem Onlinebewertungssystem EvaLuna (Schulnoten von 1 bis 6). Der Kurs wurde zusätzlich durch 23 an dem Praktikum mitwirkende Dozenten beurteilt.

Ergebnisse

Die vermittelte Verständlichkeit der Sachverhalte wurde im Mittel mit 1,6±0,7 benotet, die stimmige Strukturierung der Veranstaltung mit 1,6±0,7 und die Absprache der Dozenten untereinander mit 1,7±0,7. Der persönliche Lerneffekt wurde mit 1,7±0,7 bewertet. Bei einer Gesamtnote von 1,7±0,6 konnte sich dieses Praktikum damit unmittelbar nach Einführung unter den besten drei der Fakultät platzieren. Die Dozenten beurteilten die Fokussierung in der Themenauswahl zu über 80% als sinnvoll, bewerteten Verständlichkeit, Strukturierung, Absprache unter den Dozenten und den persönlichen Lerneffekt für die Studenten jedoch im Mittel um eine Note schlechter als die Studierenden selbst.

Schlussfolgerung

Die Ergebnisse der studentischen Veranstaltungsbewertung und das Feedback der Lehrenden bestätigen den Ansatz zur Einbringung intensivmedizinisch relevanter Fragestellungen in das medizinische Pflicht-Curriculum. Als maßgeblich positiv beeinflussende Faktoren konnten die Themenreduktion, Seminare in Kleingruppen und die generell strikte Strukturierung ausgemacht werden. Verbesserungsmöglichkeiten des Kurses sind nach Freitextkommentaren der Studierenden vor allem in einer Integration von Simulationstraining und der Erstellung kursbegleitender Unterrichtsmaterialien zu sehen.

Abstract

Background

In order to provide early achievement of practical experience during medical education, the medical faculty of the university Aachen has developed a new medical school curriculum which was offered in 2003 for the first time. In this curriculum anaesthesiology became a compulsory subject with practical training both in the operation theatre and in emergency medicine. Accordingly, a practical course in the field of intensive care medicine has also been designed with respect to the planned schedule and personnel resources. This course was evaluated by both students and teaching staff in a written, anonymous form as a quality control.

Methods

A dedicated course was developed for medical students of the 8th and 9th semesters. In this course comprised of 6 students and lasting 1 week, practical training is provided by intensive care physicians and accompanied by theoretical lessons focusing on the definition, diagnosis, therapy and prophylaxis of sepsis, essentials of mechanical ventilation and patient presentation at the bedside during daily rounds. On the last day of training students were required to present patients by themselves thereby recapitulating the acquired knowledge. In the summer semester 2007 this intensive care training course was offered for the first time. All participating 83 students and 23 physicians involved in teaching evaluated the course with marks from 1 to 6 according to the standard German school grading system using an online questionnaire.

Results

Students rated the course with 1.6±0.7 (mean ± SD) for comprehensibility, with 1.6±0.7 for structural design, and with 1.7±0.7 for agreement between teachers. They graded their personal learning success with 1.7±0.7. With a cumulative mark of 1.7±0.6, the course was ranked as 1 of the top 3 courses of the medical faculty from the very beginning. The majority of the teaching staff (80%) appreciated the focus on few selected teaching subjects. However, comprehensibility, structural design, agreement between teachers and personal learning success were graded one mark worse than by the students.

Conclusions

According to the results, efficiency and acceptance of intensive care training courses were high. Major criteria for the high grading were a limited number of participants, the focus on few subjects, and a clear structural design. However, according to several personal notes from the students, simulation-based sessions and written teaching material might further improve success of this course.

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Teile der Arbeit wurden auf dem Kongress der Deutschen interdisziplinären Vereinigung für Intensivmedizin (DIVI), Hamburg, am 04.12.2008 präsentiert.