, Volume 57, Issue 6, pp 546-554
Date: 30 May 2008

Videoassistierte Patientenaufklärung in der Anästhesiologie

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Zusammenfassung

Bei der videoassistierten Patientenaufklärung (ViPa) wird dem Patienten, zusätzlich zu dem eigentlichen Prämedikationsgespräch mit dem Anästhesisten, ein Video über Ablauf und Risiken der Anästhesie sowie perioperative Verhaltensmaßregeln gezeigt. Als Ergänzung zum Aufklärungsgespräch können diese Videos den Wissenstransfer sowie die Patientenzufriedenheit verbessern und haben keine negativen Auswirkungen auf das Angsterleben der Patienten. Durch die zusätzliche und bildhafte Information anhand des Videos kann sich das anschließende Prämedikationsgespräch auf die individuellen Besonderheiten des Patienten z. B. besondere Ängste oder Fragen fokussieren. Für den prämedizierenden Anästhesisten können die ergänzenden Videos u. U. die redundante und als monoton empfundene Erläuterung von Ablauf und Risiken der Anästhesie teilweise übernehmen. Die ViPa kann aber, schon aus medikolegalen Gründen, nicht das eigentliche Prämedikationsgespräch ersetzen. Sie kann in der pädiatrischen Anästhesie eingesetzt werden und reduziert das Angsterleben der Eltern. Die Auswirkungen der ViPa auf die Compliance der Patienten bezüglich Verhaltensmaßregeln, insbesondere bei ambulanten Operationen, und auf die Ökonomie der Anästhesieambulanz lassen sich auf Basis der aktuellen Studienlage nicht abschließend beurteilen.

Abstract

In video-assisted patient education (ViPa), patients watch an educational video about the process and the risks of anaesthesia in addition to the preanaesthetic interview with the anaesthesiologist. Used as a supplement to the preanaesthetic visit, the videos can increase patients’ knowledge and satisfaction without having any negative effect on perioperative anxiety. Because the video graphically depicts the basic information, the preanaesthetic visit can then focus on specific aspects of the individual patient, i.e. high anxiety or specific questions. The redundant and monotonous explanations about the procedures and risks of anaesthesia by the interviewing anaesthesiologist are partly replaced by the video, but for medico-legal reasons the ViPa cannot totally replace the preanesthetic interview. It can be used in pediatric anaesthesia and reduces parental anxiety. Because of the lack of studies, the effects of the ViPa on perioperative patient compliance, especially for outpatient surgery, and on the economics of anaesthesia clinics are unclear.