Medizinische Klinik - Intensivmedizin und Notfallmedizin

, Volume 109, Issue 1, pp 27–33

Rationalisierung und Rationierung am Krankenbett

Normativ-empirische Analyse zum Status quo
Leitthema

DOI: 10.1007/s00063-013-0279-2

Cite this article as:
Strech, D. Med Klin Intensivmed Notfmed (2014) 109: 27. doi:10.1007/s00063-013-0279-2

Zusammenfassung

Hintergrund

Das Thema der ärztlichen Rationierung wird in Deutschland zunehmend öffentlich diskutiert. Klärungsbedarf besteht u. a. für die Frage, wie ärztliche Rationierung bei zugleich bestehenden Rationalisierungsreserven z. B. im Bereich der Überversorgung grundsätzlich legitimiert werden kann.

Diskussion

Dieser Beitrag erläutert und analysiert das Verhältnis von Rationalisierung und Rationierung aus ethischer Perspektive und führt in empirische Forschungsergebnisse zum Status quo aus ärztlicher Sicht ein. Diese normativen und empirischen Vorarbeiten werden anschließend mit Ausblick auf mögliche Handlungsoptionen kritisch diskutiert.

Schlussfolgerung

Grundsätzlich lässt sich schlussfolgern, dass die Selbstverwaltung expliziter nach innen und außen kommunizieren müsste, wie und mit welchen Zielvorgaben versucht wird, eine ineffiziente Ressourcenverwendung (z. B. durch Überversorgung) in angemessenem Umfang zu reduzieren. Ähnliche Aktivitäten, wie sie aktuell in den USA unter dem Label Choosing Wisely® durchgeführt werden, könnten einen ersten Schritt zur Sensibilisierung von Öffentlichkeit und Ärzteschaft für das Thema Überversorgung darstellen.

Schlüsselwörter

GesundheitsresourcenVersorgung und VerteilungManagement der PatientenversorgungEthikPriorisierung

Rationalization and rationing at the bedside

A normative and empirical status quo analysis

Abstract

Background

The topic of bedside rationing is increasingly discussed in Germany. Further need for clarification exists for the question how bedside rationing (e.g., in the area of overcare) can be justified despite coexistent inefficiencies.

Discussion

This paper outlines and analyses the relationship of waste avoidance and rationing from an ethical perspective. Empirical findings regarding the status quo of bedside rationing and rationalization are presented. These normative and empirical explorations will then be further specified regarding opportunities for future physician-driven activities to tackle overuse.

Conclusion

The self-government partners in Germany should communicate more explicitly within their communities and to the public how and with which benchmarks they aim to reduce inefficient health care (overuse) in an appropriate manner. Physician-driven activities such as the “Choosing Wisely®” initiative in the USA could provide a first step to raise the awareness for overuse among physicians as well as in the public.

Keywords

Health resourcesSupply and distributionPatient care managementEthicsPrioritization

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2014

Authors and Affiliations

  1. 1.Institut für Geschichte, Ethik und Philosophie der MedizinMedizinische Hochschule Hannover (MHH)HannoverDeutschland