, Volume 105, Issue 12, pp 930-935
Date: 16 Jan 2011

Von der Studienplanung bis zur Nutzenbewertung: Mit oder ohne pharmazeutische Industrie?

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Zusammenfassung

Die Finanzierung klinischer Studien durch die pharmazeutische Industrie ist international wie auch hier in Deutschland ein hinreichend diskutiertes Thema. Es bedarf keiner weiteren Bestätigung, dass die bekannten Unzulänglichkeiten inakzeptabel sind. Ebenso wenig ist aber zu diskutieren, dass die pharmazeutische Industrie und die medizinische Wissenschaft aufeinander angewiesen sind. Weder die Vermarktung der Industrieprodukte noch die Forschung und Lehre der klinischen Wissenschaftler würde ohne diese Kooperation funktionieren. Deshalb benötigen alle Partner konsensfähige und zielführende Vorschläge. Diese zu erarbeiten, ist das Ziel der vorliegenden Diskussion. Um diese Diskussion zu strukturieren, haben wir die folgenden Fragen angeschnitten: Ist den Ergebnissen von Studien, die durch die Industrie finanziert wurden, immer zu misstrauen? Dabei sollte bedacht werden, dass in Deutschland alle Studien, die zur Zulassung eines Arzneimittels führten, durch die Industrie unterstützt wurden. Sind wir uns darüber im Klaren, was durch die explizite und oft berechtigte Kritik erreicht werden soll? Was ist zu veranlassen, um eine höhere Validität der publizierten Daten zu erreichen und wie könnten konsensfähige und zielführende Vorschläge aussehen? Die Diskussion wäre unvollständig, wenn wir uns davor drücken, die entscheidende Frage zu beantworten, ob wir uns der Herausforderung stellen, die Forschung und Lehre mit Finanzierung durch die pharmazeutische Industrie durchzuführen oder diese Art der Kooperation und Förderung ablehnen.

Abstract

The financing of clinical studies by the pharmaceutical industry is a controversial topic both internationally and in here in Germany. The well-known unacceptable shortcomings require no further confirmation. It is, however, indisputable that the pharmaceutical industry and medical science are co-dependent. Neither the marketing of industrial products nor the research and education of clinical scientists could function without this cooperation. Therefore, all partners need suggestions concerning goal orientation and consensus. The aim of this discussion is to formulate just such suggestions. To structure this discussion, we have raised the following questions: Must we always be suspicious of the results of studies financed by the pharmaceutical industry? We have to keep in mind that in Germany all clinical trials leading to approval of a drug were supperted by the industry. What, exactly, do we want to achieve with our explicit and often justified criticism of these studies? What should be done to achieve a higher validity of the published data if we avoid answering the decisive question of whether we accept the challenge of continuing to let research and teaching be financed by the pharmaceutical industry or reject this kind of cooperation and support alltogether.