Medizinische Klinik

, Volume 97, Issue 7, pp 383–388

Hausärzte, Internet und neues Wissen Nutzung und Effizienzeinschätzung von Fortbildungsmedien durch Allgemeinärzte und hausärztliche tätige Internisten

Nutzung und Effizienzeinschätzung von Fortbildungsmedien durch Allgemeinärzte und hausärztliche tätige Internisten
  • Martin Butzlaff
  • Nik Koneczny
  • Bettina Floer
  • Horst Christian Vollmar
  • Silke Lange
  • Wilfried Kunstmann
  • Christian Köck
ORIGINALARBEIT

DOI: 10.1007/s00063-002-1170-8

Cite this article as:
Butzlaff, M., Koneczny, N., Floer, B. et al. Med Klin (2002) 97: 383. doi:10.1007/s00063-002-1170-8
  • 72 Views

Zusammenfassung

Hintergrund und Fragestellung: Der Einsatz neuer Informationstechnologien verändert den Arbeitsalltag von niedergelassenen Ärzten. Dies ist nicht nur bei dem Einsatz der Praxis-EDV ersichtlich, zunehmend wird auch das ärztliche Lernverhalten und die medizinische Fortbildung von den neuen Medien beeinflusst. Mit der vorliegenden Arbeit soll gezeigt werden, welche Anforderungen Hausärzte an aktuelle Fortbildungsmedien stellen, welche Medien genutzt und nachgefragt werden und wie die Effizienz dieser Medien beurteilt wird.

Methodik: Mit einem standardisierten Fragebogen zu den Themenkoplexen “Anteil des nach dem Studium erworbenen Wissens”, “Nutzung und Effizienz ärztlicher Fortbildungsmedien” und “Anforderungen an Fortbildungsmedien” wurden 72 hausärztlich niedergelassens Ärztinnen (21%) und Ärzte (79%) befragt.

Ergebnisse: Nach der entsprechenden Selbsteinschätzung liegt der Anteil des medizinischen Wissens, den die Hausärzte nach dem Studium erworben haben, bei durchschnittlich 60%. Für ihre Fortbildung nutzen die Ärzte vor allem wissenschaftliche Zeitschriften, Kollegen und Qualitätszirkel. Das Internet, wissenschaftliche Mitarbeiter an Forschungseinrichtungen oder Pharmareferenten wurden deutlich weniger genutzt und auch als weniger effizient eingeschätzt. Die Anforderungsattribute, die Ärzte an Fortbildungs- und Informationsquellen stellen, sind vor allem: zuverlässig, praxisrelevant und benutzerfreundlich.

Schlussfolgerungen:Ärztliche Fortbildung ist wichtig und notwendig. Die neuen Medien haben für niedergelassene Hausärzte dabei zurzeit noch eine nachrangige Bedeutung. Eine erfolgreiche Nutzung computerbasierter Informationstechnologien wird davon abhängen, ob die Bedürfnisse und Anforderungen der Ärzte erkannt und berücksichtigt werden.

Schlüsselwörter:Ärztliche FortbildungWissensmanagmentNeue MedienInternet

Abstract

Background and Objective: The application of new information technologies has a lasting impact on the physicians' working environment. Not only practice administration is undergoing substantial change, increasingly, individual learning preferences and continuing medical education are influenced by new media. This survey is designed to demonstrate current methods of and demand for continuing medical education by primary care physicians.

Methods: Standardized survey of 72 primary care physicians (21% female, 79% male) regarding three topics: medical knowledge acquired afer medical school, current use of and expectations for continuing medical education tools.

Results: Primary care physicians estimate the fraction of their knowledge which was acquired after medical school at 60%. For their continuing medical education primary care physicians predominantly use scientific journals, colleagues and quality circles. The internet, scientific statt at research institutions and pharmaceutical representatives were less valued and less used. The most favored attributes for continuing medical education toos were: reliable, relevant for daily practice, and user-friendly.

Conclusion: Continuing medical education is important and necessary. Thus far, new media still have a minor role among the relevant educational media for primary care physicians. The introduction of modern information technologies may become more sucessful if primary care physicians' preferences are better understood and education tools are designed according to these preferences.

Key Words: Medical educationKnowledge managementInformation technologyInternet

Copyright information

© Urban & Vogel München 2002

Authors and Affiliations

  • Martin Butzlaff
  • Nik Koneczny
  • Bettina Floer
  • Horst Christian Vollmar
  • Silke Lange
  • Wilfried Kunstmann
  • Christian Köck
    • 1
  1. 1.Fakultät für Medizin, Universität Witten/HerdeckeDE