HNO Nachrichten

, Volume 43, Issue 1, pp 18–18

Mit Ösophaguskarzinom länger überleben

Authors

  • Ulrike Wepner
Literatur kompakt

DOI: 10.1007/s00060-013-0015-9

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Wepner, U. HNO Nachrichten (2013) 43: 18. doi:10.1007/s00060-013-0015-9
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Bei primär chirurgischer Therapie des Ösophaguskarzinoms sind positive Resektionsränder keine Seltenheit. Umstritten ist bisher, wie weit die Patienten von einer neoadjuvanten Chemoradiotherapie wirklich profitieren. Eine neue Studie lässt hoffen.

In einer multizentrischen, randomisierten, kontrollierten Phase-3-Studie standen beide Therapiekonzepte bei Patienten mit resezierbaren Tumoren des Ösophagus oder des ösophagogastralen Übergangs auf dem Prüfstand. 275 (75 %) hatten ein Adenokarzinom, 84 (23 %) ein Plattenepithelkarzinom und sieben (2 %) ein großzelliges undifferenziertes Karzinom. 178 Patienten erhielten vor der Operation ambulant eine Chemoradiotherapie, bestehend aus wöchentlicher Gabe von Carboplatin (Area under the Curve 2 mg/ml/min) und Paclitaxel (50 mg/m2) für fünf Wochen plus Bestrahlung (41,4 Gy in 23 Fraktionen fünf Tage pro Woche); 188 wurden nur operiert. Nach präoperativer Chemoradiotherapie wurde bei 92 % der Patienten eine komplette Resektion mit einem tumorfreien Rand von mindestens 1 mm (R0) erzielt, signifikant mehr als bei den ohne Vorbehandlung operierten Patienten mit 69 % (p < 0,001). Ein pathologisch komplettes Ansprechen fand sich bei 47 von 161 Patienten (29 %), die sich einer Resektion nach Chemoradiotherapie unterzogen. Postoperative Komplikationen und Krankenhausmortalität waren in beiden Gruppen vergleichbar. In der Gruppe mit neoadjuvanter Chemoradiotherapie war das mediane Gesamtüberleben mit 49,4 Monaten signifikant besser als in der nur operierten Gruppe mit 24,0 Monaten (Hazard Ratio 0,657); das galt auch für das krankheitsfreie Überleben. Sowohl Patienten mit Adenokarzinom als auch die mit Plattenepithelkarzinom profitierten von der neoadjuvanten Chemoradiotherapie.

Das eingesetzte Regime ging mit einer relativ geringen Rate hochgradiger toxischer Effekte einher: hämatologisch vor allem Leukopenie (6 %) und Neutropenie (2 %), nicht-hämatologisch Anorexie (5 %) und Fatigue (3 %).

Fazit: Eine präoperative Chemoradiotherapie erhöht die Überlebenschancen bei Patienten mit potenziell resezierbarem Ösophagus- oder Übergangskarzinom. Die ambulant verabreichten fünf Zyklen Carboplatin und Paclitaxel plus Bestrahlung mit 41,4 Gy gehen mit einer akzeptablen Nebenwirkungsrate einher.

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