NTM Zeitschrift für Geschichte der Wissenschaften, Technik und Medizin

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Stand und Perspektiven der neueren Universitätsgeschichte

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    • Historisches Seminar Universität Freiburg Platz der Universität, KG IV
Sammelbesprechungen/Essay Reviews

DOI: 10.1007/s00048-011-0051-8

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Paletschek, S. N.T.M. (2011) 19: 169. doi:10.1007/s00048-011-0051-8

Universitätsgeschichte existiert als Spezialgebiet seit langem und wir finden Anfänge bereits in der Frühen Neuzeit. Mit der Verwissenschaftlichung der Geschichtsschreibung durch Aufklärung und Historismus seit dem Ende des 18. Jahrhunderts begegnen uns die ersten wissenschaftlichen Universitätsgeschichten, so etwa von Christoph Meiners (Meiners 1802-1805; Müller 2000: 181-184). Wissenschaftliche Selbstreflexion führte dazu, dass sich frühzeitig eine Universitätsgeschichtsschreibung herausbildete (vom Bruch 1998: 7), doch war diese meist an Jubiläen (Hammerstein 1983: 603-605; Müller 1998), das heißt einen konkreten Verwertungskontext gebunden. Universitätsgeschichte war daher vielfach eher Gelegenheitsschrift als eigentliches Forschungsgebiet, da sie häufig als Auftragsarbeit im Rahmen der anstehenden Jubiläen von den jeweils verfügbaren Historikern und Historikerinnen vor Ort verfasst wurde. Dies gilt bis heute und nach wie vor ist die community der eigentlichen UniversitätshistorikerInnen, die in diesem Feld einen dezidierten Forschungsschwerpunkt haben, klein.

State of the Art

Seit Mitte der 1990er Jahre erfuhr die Universitätsgeschichte jedoch auch jenseits der Jubliäen ein gesteigertes Forschungsinteresse, das vermutlich dem Bedürfnis nach historischer Selbstvergewisserung in bildungs- und wissenschaftspolitischen Umbruchzeiten ebenso wie dem cultural turn geschuldet war, der wissenschaftshistorischen und selbstreflexiven Themen Vorschub leistete. Diese Forschungskonjunktur war begleitet von einer Verfachlichung der Universitätsgeschichte, die sich beispielsweise 1995 in der Gründung der Gesellschaft für Universitäts- und Wissenschaftsgeschichte (GUW) manifestierte, die in regelmäßigem zweijährigen Turnus Fachtagungen veranstaltet. Zudem etablierte sich 1998 mit dem Jahrbuch für Universitätsgeschichte eine erste deutschsprachige historische Fachzeitschrift. Neue Schriftenreihen zur Universitäts- und Wissenschaftsgeschichte wurden herausgegeben1 und ältere Reihen erhielten neuen Auftrieb.2 Wichtige Impulse für die Erforschung der Universitätsgeschichte resultierten schließlich aus der Verselbständigung der Universitätsarchive und deren Besetzung mit professionellen Archivaren, die sich zwar seit den späten 1960er Jahren anbahnte, häufig aber erst in den 1980er und in den 1990er Jahren vollzogen wurde.

Die fortlaufende Professionalisierung der Universitätsgeschichte im deutschen Forschungskontext zeigte sich jüngst in größeren Projekten der systematischen Quellenerschliessung, so in der von Dieter Langewiesche (Tübingen) und Rainer C. Schwinges (Bern) initiierten, online zugänglichen Edition der Rektorreden deutscher und Schweizer Universitäten im 19. und 20. Jahrhundert3 oder in der als E-Book erschienenen Sammlung Leipziger Rektoratsreden 1870-1933 (Häuser 2009). Professorenkataloge und Datenbanken zum Lehrkörper einzelner Universitäten wurden angelegt – meist anlässlich von Jubiläen4 –, wobei zum Beispiel in Leipzig Überlegungen angestellt wurden, wie diese vervollständigt und zusammengeführt werden können, damit eine gemeinsame Nutzung möglich ist. Mittlerweile liegen auch weitere Bände des seit 1995 erscheinenden und für die Universitätsgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts unverzichtbaren Datenhandbuch zur deutschen Bildungsgeschichte vor, die die Studierenden- und Personalentwicklungen an Hochschulen von 1949 bis 2005 beleuchten (Lundgreen 2008, 2009; Köhler 2008).

Nicht nur national, sondern auch international ist in den letzten Jahrzehnten ein Auftrieb der Universitätsgeschichte zu verzeichnen. Als institutioneller Rahmen existiert bereits seit 1960 die International Commission for the History of Universities (ICHU), die dem International Committee of Historical Sciences (ICHS) angeschlossen ist und alle fünf Jahre auf dem Internationalen Historikerkongress eine Sektion organisiert.5 Bereits seit 1981 erscheint, mit Unterbrechungen, die Zeitschrift History of Universities. Ähnlich wie im deutschen entstanden im europäischen Forschungskontext seit Mitte der 1990er Jahre neue Fachzeitschriften, so 1995 die belgische Zeitschrift Lettre d’information sur l’histoire des universités sowie 1997 Annali di Storia delle Università Italiane. Ebenfalls in den 1990er Jahren initiierte die europäische Rektorenkonferenz eine groß angelegte Synthese zur Universitäts- und Wissenschaftsentwicklung in Europa vom Mittelalter bis zur Gegenwart, die seit 1996 von Walter Ruegg herausgegeben wurde und seit kurzem abgeschlossen vorliegt (Rüegg 1996-2010). Eine sehr lebendige Universitätsgeschichtsszene hat sich in den letzten Jahren in Skandinavien entwickelt, punktuell befördert durch dort anstehende Jubiläen.6

Das Mittelalter und die Frühe Neuzeit sind in der Universitätsgeschichte stärker präsent, etabliert und besser erforscht als das 19. und 20. Jahrhundert. Eine Ausnahme stellt die Zeit des Nationalsozialismus dar, die mittlerweile, durch geschichtspolitische und erinnerungskulturelle Bedürfnisse befördert, relativ gut und breit aufgearbeitet ist. Die Konzentration auf die mittelalterliche und frühneuzeitliche Universität bedeutete gleichzeitig, dass sich epochale Forschungspräferenzen auch als räumliche abbildeten. So ist die neuzeitliche Universitätsgeschichte noch stark auf Europa und Nordamerika konzentriert und es tun sich große neue Forschungsfelder im Hinblick auf nicht-westliche Universitäten des globalen Südens, das heißt asiatische, afrikanische, südamerikanische oder australische Universitäten sowie die transnationalen und globalen Verflechtungen von Universitäten und Universitätssystemen auf (Eckert 2004: 7-9).

Neuere Ansätze, die dafür plädieren, die Geschichte der Neuzeit als Geschichte der Wissensgesellschaft zu schreiben (Szöllösi-Janze 2004; Raphael 1996) und Universitäts- und Wissenschaftsgeschichte als integralen Bestandteil der Gesellschaftsentwicklung zu begreifen, sind bislang noch nicht in größeren Synthesen umgesetzt worden, sieht man von übergreifenden Darstellungen ab, die explizit der Bildungsgeschichte gewidmet sind (Berg u. a. 1987-2005). Dies gilt ebenso für neuere Zugänge aus der Wissenschaftsgeschichte, die Wissenschaft und Politik (Ash 2002) beziehungsweise Wissenschaft und Öffentlichkeit (Nikolow/Schirmacher 2007) als Ressourcen füreinander begreifen. Universitätsgeschichte der Neuzeit ist in Überblicksdarstellungen meist kaum und nur im Hinblick auf die politische Haltung von Studenten und Professoren, deren Anteil an der Nationsbildung oder die Aufzählung der Leistungen einzelner herausragender Universitätswissenschaftler präsent.

Eine integralere Verbindung von Universitäts- und Wissenschaftsgeschichte ist nach wie vor ein Desiderat. Die neueren Ansätze der Wissenschaftsgeschichte, die materiale, soziale und kulturelle Praxis sowie den politischen und gesellschaftlichen Kontext der wissenschaftlichen Wissensproduktion ins Zentrum stellen, führten zwar punktuell-kleinräumig, jedoch nicht grundsätzlich zu einer besseren gegenseitigen Wahrnehmung von Universitäts- und Wissenschaftsgeschichte. Gewisse Verbindungsprobleme ergeben sich daraus, dass die Wissenschaftsgeschichte häufig epistemische Fragestellungen ins Zentrum rückt, während die Universitätsgeschichte stärker an struktur-, gesellschafts- und politikgeschichtlichen Fragestellungen anknüpft.

Im Folgenden will ich einige programmatische Überlegungen zu Perspektiven der Universitätsgeschichte anstellen, die durch meine Beschäftigung mit der deutschen Universitätsgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts geprägt sind.7 Es schließt sich ein kurzes Screening neuerer Publikationen zur Universitätsgeschichte an. Hier zeigt sich erneut der bekannte Befund, dass der überwiegende Teil der Neuerscheinungen im Umfeld von Jubiläen entstand. Einerseits stellen Jubiläen eine große Chance für die Universitätsgeschichte dar, da für einen begrenzten Zeitraum teilweise beachtliche Ressourcen zur Verfügung stehen, die zu einem enormen Output an Publikationen führen. Es bleibt aber abzuwarten, ob aus der regen Publikations- und Projekttätigkeit der letzten Jahre nachhaltige Impulse für eine Verstetigung und eine methodische Konzeptionierung der Universitätsgeschichte hervorgehen.

Untersuchungsfelder, Ebenen und Methoden der Universitätsgeschichte

Universität bezeichnet historisch die aus einer mittelalterlich-europäischen Traditionslinie erwachsenen Einrichtungen höherer Bildung, die als eine universitas in doppeltem Sinne verstanden wurden, als eine Gemeinschaft der Lehrenden und Lernenden, ebenso wie als Ort, an dem idealiter die Gesamtheit der Wissenschaften vertreten war (selbst wenn das tatsächlich nie der Fall war). Die Universitäten der Neuzeit sind durch die Aufgabentrias von (Allgemein)Bildung, akademisch-theoretischer Berufsbildung sowie wissenschaftlicher Wissensproduktion bestimmt. Während für die mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Universitäten vornehmlich die Ordnung, Speicherung und Weitergabe von Wissen kennzeichnend war, vollzog sich, idealtypisch betrachtet, im Verlauf des 19. Jahrhunderts der Übergang zur sogenannten modernen oder Forschungsuniversität, in der nun der Produktion neuen Wissens immer größere Bedeutung zukam.

Diese drei Funktionen – Vermittlung von Allgemeinbildung und akademischer Berufsbildung sowie Wissensproduktion – standen und stehen in einem Spannungsverhältnis und dürfen nicht als gleichschenkliges Dreieck vorgestellt werden. Sie kennzeichnen auch nicht alle nationalen Universitätssysteme gleichermaßen. Sie wandelten sich in ihrer Gewichtung historisch; zeittypisch traten jeweils einzelne dieser Aufgabenschwerpunkte signifikant hervor: So stand beispielsweise in der unmittelbaren Nachkriegszeit nach 1945 die universitäre Aufgabe der Menschenbildung, das heißt der moralischen und weltanschaulichen Erziehung, die gegen die Barbarei diktatorischer und unmenschlicher politischer Systeme wie den Nationalsozialismus immunisieren sollte, in der öffentlichen Diskussion um die Aufgabe der deutschen Universitäten im Mittelpunkt. In der Reformdiskussion seit den 1960er Jahren wurde dagegen die Aufgabe der Produktion wissenschaftlichen Wissens, das heißt der Forschungsimperativ, betont. Ebenso hebt die derzeitige Exzellenzinitiative diskursiv und materiell die Forschungsaufgabe stark aus dieser Aufgabentrias hervor.

Gerade die deutschen Universitäten, die als Vorreiter der Forschungsuniversität gelten, wurden in der öffentlichen Diskussion des 19. Jahrhunderts – was häufig übersehen wird – vor allem in ihrer Funktion als akademische Bildungs- und Ausbildungsstätte angesprochen. Universitätsgeschichte darf also nicht lediglich als Gelehrtengeschichte und als Geschichte der universitären Wissensproduktion verstanden werden. Die Geschichte der Ausbildungs- und Bildungsfunktion der Universität, in ihren vielfältigen Verschränkungen mit Gesellschaft und Politik sowie in den durch sie geschaffenen Pfadabhängigkeiten für die Produktion von Wissen müssen zentraler Bestandteil einer Universitätsgeschichte sein.

Universitätsgeschichte untersucht den historischen Wandel der Institution Universität und ihrer Akteure in ihrem Selbstverständnis, ihrer Aufgabenbestimmung, ihren sozialen und kulturellen Praktiken sowie ihren Modi der Wissensproduktion, Wissensvermittlung und Wissensspeicherung. Sie fragt nach der Interaktion der Institution Universität und ihrer Angehörigen mit staatlichen, politischen, sozialen und kulturellen Einrichtungen und Entwicklungen in unterschiedlichen räumlichen Dimensionen. Als heuristischer Zugriff auf die Geschichte der Universität bieten sich Analysen entlang der drei Aufgabenfelder – Allgemeinbildung, akademische Berufsbildung, Wissensproduktion – sowie über verschiedene Ebenen – der diskursiven, institutionellen, materiellen, sozialen, kulturellen und räumlichen – an. Dies soll im Folgenden näher ausgeführt werden.

Die drei Aufgaben der Institution Universität sind vielfältig ineinander ebenso wie mit Gesellschaft, Wirtschaft, Politik und Kultur verflochten: Das Aufgabenfeld Bildung ist eng verbunden mit der weltanschaulichen, sozialen und politischen Sozialisation, die die Studierenden, das heißt die späteren (nationalen und internationalen) gesellschaftlichen Führungsschichten, in der Universität erhalten. Hier zeigen sich enge Verbindungen zur Studierendengeschichte, die sich seit dem 19. Jahrhundert als ein eigenes Teilgebiet herausbildete, sowie zu Fragestellungen der Politik- und Gesellschaftsgeschichte. Lange Zeit war Studentengeschichte konzentriert auf die Geschichte der Korporationen. Die Gründe dafür liegen in der relativ guten Überlieferungslage sowie den erinnerungskulturellen Bedürfnissen der Verbindungen, die entsprechende Forschungen initiierten. Die Sozialisation der Studenten in Korporationen, die politische Haltung der Studenten, die Geschichte der Studentenverbände und des Frauenstudiums stellen Schwerpunkte der Forschung dar, allerdings fehlen nach wie vor Studien zum Alltagsleben, zum Selbstverständnis der Studierenden, zu ihrer weltanschaulichen, sozialen und geschlechtsspezifischen Sozialisation und zum tatsächlichen Studienverhalten, dies gilt insbesondere für die Zeitgeschichte.

Als Bildungsaufgabe der Universität im 19. und 20. Jahrhundert kann nicht nur intern die Sozialisation und Allgemeinbildung der Studierenden begriffen werden, sondern hierunter können auch die an eine breitere gesellschaftliche Öffentlichkeit gerichteten Aufklärungs-, Wissens- und Transferangebote der Universität subsummiert werden. Über die ‚externe‘ Bildungsaufgabe hinaus sollte also ebenso der öffentliche Wissenstransfer der Universität und ihrer Angehöriger in den Blick genommen werden.

Die universitäre Aufgabe der theoretisch-akademischen Berufsbildung ist dagegen mit der Geschichte der jeweiligen Professionen, Professionalisierungsprozessen und der Ausbildungsnachfrage von Staat und Gesellschaft nach Experten aus den unterschiedlichsten Bereichen verkoppelt. Im 19. Jahrhundert waren etwa Mediziner, Chemiker, Juristen, Theologen, Forstwirte und Lehrer, im 20. Jahrhundert Wirtschafts- und Kulturwissenschaftler, Ingenieure, Biologen, Soziologen und Informatiker gefragt. Die Beispiele sollen exemplarisch vor Augen führen, für welche Vielzahl an akademischen Professionen die Dachinstitution Universität beziehungsweise Hochschule eine wissenschaftliche Berufsbildung vermittelt. Ein quantitativ gesehen sehr kleines, in der Wahrnehmung der academic community aber bedeutsames und herausgehobenes Segment innerhalb der Ausbildungsaufgabe der Universität ist die Qualifikation künftiger Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen sowie ihre Ausbildung zu HochschullehrerInnen.

Die Untersuchung der Studierendenfrequenz und Fächerwahl gibt wichtige Einblicke in das Verhältnis von Universität, Wissenschaft und Gesellschaft. Wachsende Studierendenzahlen, ebenso wie Bestimmungen in den Prüfungsordnungen der Professionen, die steigende Nachfrage nach Experten im Gefolge von Industrialisierung und Modernisierung oder auch im politischen Interesse des Staates waren eine wichtige, oft übersehene Voraussetzung für die Expansion und Ausdifferenzierung der Disziplinen, die sich insbesondere seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts abzeichnete. Zur Frage, welche Inhalte wie an der Universität vermittelt wurden und wie die universitäre Lehre mit der Gesellschafts-, aber auch der Wissenschaftsentwicklung verbunden war, liegen bisher erst wenige Untersuchungen vor (Dowe 2007: 57).

Die Ordnung und Produktion wissenschaftlichen Wissens an der Universität und die damit einhergehenden Entwicklungen gestalteten sich in den verschiedenen Fakultäten höchst unterschiedlich. So fand im 19. Jahrhundert eine Verwissenschaftlichung und Ausdifferenzierung zunächst in der Medizin, in den philosophischen, historischen und philologischen Disziplinen sowie den Naturwissenschaften statt, sehr viel langsamer hingegen vollzog sich dieser Prozess in den Theologien und der Rechtswissenschaft. Die Ordnung des Wissens an deutschen Universitäten im 19. und 20. Jahrhundert, wie sie sich etwa in der Fakultätenzuordnung und der Denomination von Professuren zeigt, zeichnet sich durch das Paradox von Konstanz und permanenter Veränderung aus. So blieb bis weit ins 20. Jahrhundert hinein die aus dem Mittelalter tradierte universitäre Rangordnung konstant; in der institutionellen Ordnung und der symbolischen Alltagspraxis standen die berufsbildenden Fakultäten mit der Theologie, gefolgt von Jura und Medizin, an der Spitze, und kamen vor der Philosophischen Fakultät, selbst wenn sich dies in deren Selbstverständnis und im geisteswissenschaftlichen Diskurs anders darstellte. Gleichzeitig variierte die Zuordnung der Disziplinen, insbesondere in der medizinischen und philosophischen Fakultät, sowohl von Universität zu Universität als auch im zeitlichen Verlauf des 19. zum 20. Jahrhunderts. Seit den 1860er Jahren veränderte sich diese Struktur mit der Aufspaltung der Philosophischen Fakultät und der Gründung erster Naturwissenschaftlicher Fakultäten (1863 in Tübingen, 1872 in Straßburg), wenn sich dieser Prozess an einzelnen Universitäten auch noch bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts hinzog. Seit den 1960er Jahren veränderte sich diese Fakultätsstruktur rasant, und zwar insbesondere in den Geistes- und Naturwissenschaften, die nun in einer Vielzahl enger gefasster Einheiten untergebracht waren. Diese institutionelle Ordnungsstruktur, ebenso wie die Denomination von Professuren, befindet sich nach wie vor im permanenten Umbau. Zu fragen ist hier, welche Auswirkungen die sich wandelnden Ordnungsmuster auf die universitäre Wissensproduktion und die Entwicklung der Disziplinen hatten beziehungsweise wie diese wiederum auf die institutionelle Ordnung zurückwirkten.

Eine Universitätsgeschichte ohne angemessene Berücksichtigung der in dieser Institution betriebenen Erkenntnisarbeit bliebe ein leeres Gehäuse, so Rüdiger vom Bruch (2004: 10). Doch tun sich hier für Universitätshistoriker und Universitätshistorikerinnen theoretische und arbeitspraktische Probleme auf, müssen sie sich doch nicht nur in die Fachgeschichte, sondern rudimentär auch in die Inhalte der Disziplinen einarbeiten, um erstere verfolgen zu können. Was in den Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften je nach Nähe der Disziplinen zum Geschichtsstudium oder dem Vorhandensein von Kenntnissen aus anderen Studienfächern noch leichter möglich scheint, wird im Falle von medizinischen und naturwissenschaftlichen oder auch technischen Disziplinen ungleich schwieriger. Hinzukommt, dass in der (Natur)Wissenschafts-, Technik- und Medizingeschichte, national wie international, eine Disziplinbildung stattgefunden hat, durch die Gründung wissenschaftlicher Zeitschriften und Vereinigungen, eine Institutionalisierung von Professuren sowie den verbreiteten Usus der naturwissenschaftlichen beziehungsweise medizinischen und historischen Doppelqualifikation. Im Gegensatz dazu ist die Wissenschaftsgeschichte der Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften kaum formiert, da diese nach wie vor in den jeweiligen Einzeldisziplinen betrieben wird. Es zeichnen sich mittlerweile Tendenzen ab, dass sich die (naturwissenschaftliche) Wissenschaftsgeschichte auch für die Wissenschaftsgeschichte der humanities öffnet und dass, wie etwa in Konstanz, Professuren für eine geistes- und sozialwissenschaftliche Wissenschaftsgeschichte eingerichtet werden. Gleichzeitig haben die cultural turns in den humanities die Selbstreflexion des jeweils eigenen Fachs und damit auch eine kleine Konjunktur der geisteswissenschaftlichen Wissenschaftsgeschichte befördert. Es bleibt abzuwarten, ob diese Entwicklungen zu einer Annäherung von (Natur)Wissenschafts-, Medizin- und Technikgeschichte sowie der Wissenschaftsgeschichte der humanities führen.

Ein grundsätzliches Problem von Universitätsgeschichte, soll sie als histoire totale geschrieben werden, ist die Verschränkung von Institutions-, Sozial-, Politik- und Kulturgeschichte der Universität mit der Geschichte ihrer Wissenschaftsproduktion. Diese ist in vielen Universitätsgeschichten häufig einseitig geistes- oder personengeschichtlich ausgerichtet. Statt dessen müsste – analog zu Positionen der neueren Wissenschaftsgeschichte – gefragt werden, wie die gesellschaftliche Entwicklung, die institutionellen und sozialen Strukturen vor Ort, zum Beispiel die Gründung von Seminaren und Instituten, der interdisziplinäre Austausch, die Rekrutierung des Lehrkörpers und die Lehrkörperstruktur, die Studierendenfrequenz, die Ausgestaltung der Lehre, die vorhandenen Sammlungen und Ressourcen, die Schaffung von Stellen ebenso wie die von Gesellschaft und Staat an das jeweilige Fachgebiet herangetragenen Wissensnachfragen mit der epistemischen Entwicklung interagieren. Gleichzeitig müsste die wissenschaftsgeschichtliche Entwicklung an einer Universität oder Hochschule mit der anderer, nationaler wie internationaler, universitärer wie außeruniversitärer Einrichtungen abgeglichen beziehungsweise in Beziehung gesetzt werden. Oft wird in der universitätsgeschichtlichen Alltagsarbeit, aus arbeitsökonomischen Gründen und mangelnder Kenntnis neuerer wissenschaftsgeschichtlicher Ansätze, in biographischer und geistesgeschichtlicher Absicht eine universitäre Disziplingeschichte als Abfolge der Lehrstuhlinhaber und ihrer Forschungsgebiete geschrieben. Wenn die jeweiligen Leistungen der Wissenschaftler bilanziert werden, fließen häufig unreflektiert ex-post Wertungen und die bisherigen Traditionskonstruktionen des Faches ein, zumal die Disziplingeschichten in Festschriften meist von den verfügbaren Personen vor Ort verfasst werden, das heißt entweder von den dortigen HistorikerInnen oder den jeweiligen FachprofessorInnen, die Interesse an der Wissenschaftsgeschichte der eigenen Disziplin zeigen, aber keine historische Fachausbildung oder Schwerpunkte in der Universitäts- oder Wissenschaftsgeschichte haben.

Universitäten können nicht nur über diese Aufgabenfelder, sondern auch über verschiedene, ineinander verschränkte Ebenen analysiert werden: Die diskursive Ebene markiert die von Gesellschaft und Politik formulierte Aufgabenbestimmung, die zirkulierenden Universitätsbilder, konstruierten historischen Traditionslinien und das Selbstverständnis der Institution und ihrer Angehörigen. Universitätsgeschichte lediglich entlang der über Denkschriften oder die ‚Meistertexte‘ bekannter Universitätsreformer und Gelehrter rekonstruierten Diskurse zu schreiben, und diese zudem nicht als solche zu kennzeichnen, sondern mit ‚Realgestalt‘ und Praxis gleichzusetzen, greift zu kurz, war aber lange und ist zum Teil immer noch, etwa in Festreden, anzutreffen. Die universitären Diskurse sollten nicht nur über die großen ‚Meistertexte‘, sondern über eine Vielzahl von Texten unterschiedlicher Reichweite und in der Interaktion mit den institutionellen und materiellen Strukturen sowie den sozialen und kulturellen Praktiken rekonstruiert und kontextualisiert werden, was allerdings kleinteilige Forschungen und empirische ‚Kärrnerarbeit‘ notwendig macht. Teil der diskursiven Ebene ist auch, wie weiter unten noch ausgeführt wird, die Reflexion der bisherigen Traditionskonstruktionen und Narrative der Universitätsgeschichte.

Die institutionellen und materiellen Strukturen regulieren, wie die Universität als Personenverband geordnet und wie Wissen an der Universität organisiert wird. Eine wichtige institutionelle Facette stellt die Verfassung der Universität und der akademischen (Selbst)Verwaltung dar. Die Statuten regelten, wie autonom eine Universität war, inwieweit der Staat oder andere Einrichtungen eingreifen konnten und welche Personen oder Statusgruppen überhaupt an universitären Entscheidungsfindungen und der Machtausübung beteiligt waren. Zur institutionellen Struktur gehört auch die Materialität der Universität, das heißt ihre Finanzierung, ihre Stellenstruktur im wissenschaftlichen und nicht-wissenschaftlichen Dienst und ihre räumliche sowie apparative Ausstattung.

Die Sozialstruktur der Universitäten war und ist einem stetigen Wandel unterworfen. Spätestens seit dem 19. Jahrhundert sind Universitäten Großeinrichtungen, Masseninstitutionen, mit zunächst mehreren Hundert, dann mehreren Tausend und schließlich Zehntausenden Angehörigen, deren Sozialstruktur durch Faktoren wie soziale, regionale oder ethnische Herkunft, Geschlecht, Konfession, Alter oder Bildungsvoraussetzungen bestimmt ist. Eine klassische Sozialgeschichte und quantitative Methoden, so etwa Prosopographien des Lehrkörpers, haben hier keineswegs ausgedient und beschreibende, quantitative Bestandsaufnahmen sind wichtig, um sich einen Überblick und ersten Zugang zur Institution Universität zu verschaffen. So ist die Studierendenfrequenz, das heißt wie sich die Zahl der Studierenden in den Disziplinen und Fakultäten wandelte – so etwa der rasante, quantitative Niedergang und Bedeutungsverlust des Theologiestudiums seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und der Aufstieg der Lehramtsfächer in den Natur- und Geisteswissenschaften –, aussagekräftig im Hinblick auf die gesellschaftliche und staatliche Nachfrage nach akademischer Ausbildung und spiegelt den Gesellschaftswandel (so etwa Säkularisierung, gesellschaftliche Differenzierung und Funktionalisierung) wider. Die Frequenzentwicklung hat aber zudem Auswirkungen auf den Disziplinenausbau und die Wissenschaftsentwicklung. Ohne die studentische Nachfrage keine neuen Stellen, ohne eine gewisse ‚Masse‘ an Studierenden auch weniger ‚Klasse‘, das heißt weiterführende akademische Qualifikationen im jeweiligen Fach. Studierendenzahlen und Studienfächerwahl stellen also eine direkte Kontaktzone, ein Scharnier zwischen Universität, Gesellschaft und Wissenschaft dar. Als Teil einer Sozialgeschichte der Universität muss auch der in den meisten Darstellungen leider ausgeblendete nicht-wissenschaftliche Dienst untersucht werden, dessen enormes Anwachsen und dessen Feminisierung zentrale Merkmale der modernen Universitätsentwicklung des 20. Jahrhunderts waren.

Soziale und kulturelle Praktiken an der Universität meint die Ausgestaltung der universitären Aufgabenfelder, des Arbeitsalltags und der Beziehungen zu Staat, Gesellschaft und Öffentlichkeit durch die Universitätsangehörigen. Der Habitus unterschiedlicher Statusgruppen und Individuen – der Studierenden und Lehrenden der verschiedenen Disziplinen, der Entscheidungsträger in der universitären Selbstverwaltung wie Rektor, Dekane und Kanzler –, die Aushandlung einer Rangordnung, die Geschlechterverhältnisse in der Universität, der Umgang der Lehrenden und Forschenden miteinander, ihre Selbstinszenierung, die performative Herstellung eines akademischen Habitus über Rhetorik, den Umgang mit Raum oder Artefakten ebenso wie die Inszenierung der Universität als Institution und ihre Formen der Machtausübung, Entscheidungsfindung und Konfliktregelung kommen hier in den Blick.

Universitäten haben nicht nur eine soziale, sondern auch eine räumliche Dimension und sind durch interne und externe räumliche Verflechtungen gekennzeichnet. Bedeutungszuweisungen in der Universität lassen sich auch über die räumlichen Repräsentationen festmachen. Eine Universität ist immer eingebettet in regionale, nationale oder transnationale Universitäts- und Bildungslandschaften. So ist nicht nur die territoriale (Herrschafts)Zugehörigkeit der jeweiligen Universität, sondern generell ihre geographische Lage im Hinblick auf Verkehrswege, die Stadt, ihr Einzugsgebiet sowie ihre regionale, nationale und transnationale Verflechtung wichtig. Die räumliche Lage bestimmt häufig die Attraktivität einer Universität für Studenten und Professoren und die spezifische Situation vor Ort hat Auswirkungen auf die Wissensproduktion. So macht es einen großen Unterschied, ob eine Universität in einer Großstadt und einem politischen Machtzentrum angesiedelt und in eine breite Wissenschaftslandschaft eingebettet ist – wie etwa die Berliner Universitäten –, ob sie in einem ‚Universitäts(welt)dorf‘ wie Tübingen oder, wie die Neugründungen der 1960er Jahre, in einer Industrieregion wie dem Ruhrgebiet beheimatet ist. Räumliche Dimension meint im Spiel mit den Maßstäben (Revel) zu untersuchen, wie eine Universität mit ‚äußeren‘ Räumen – lokal mit Stadt, mit der Region, aber auch national und international – verflochten ist. Dies gilt auch für das Koordinatensystem, das durch die Verbindungen zu anderen Universitäten, Hochschultypen und außeruniversitären Bildungs- und Forschungseinrichtungen, zu Technischen Hochschulen oder Akademien, aufgespannt wird.

Universitäten und Hochschulen kam im 19. Jahrhundert eine zentrale Rolle in der Nationsbildung zu – wie sich etwa deutlich nicht nur an den deutschen, sondern auch skandinavischen oder osteuropäischen Universitäten zeigte. Ebenso gilt es, nicht nur ihren Beitrag zu regionalen und nationalen, sondern auch zu transnationalen und globalen Verflechtungen zu analysieren, die wir seit der Frühen Neuzeit verfolgen können. Diese räumlichen Interaktionen in unterschiedlichen Maßstäben sind eng verkoppelt mit gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen.

Methodische Zugriffe der Universitätsgeschichte sind grundsätzlich dieselben wie die der Geschichtswissenschaften insgesamt, sowohl quantitative wie qualitativ-hermeneutische oder diskursanalytische Verfahren bieten sich an. Wie bei anderen historischen Themen auch stellt sich in der Universitätsgeschichte das Problem, das Verhältnis von Besonderem und Allgemeinem, Individuellem und Struktur auszubalancieren, etwa das Wirken herausragender Persönlichkeit in Wissenschaft, Lehre und Verwaltung und die durch die institutionellen Strukturen und soziale Kulturen geschaffenen Pfadabhängigkeiten. Jede Universität, auch die kleinste, kennzeichnen Besonderheiten und ein ganz spezifisches, unverwechselbares Profil, resultierend aus den bisherigen Traditionslinien, der räumlichen Lage, des disziplinären Zuschnitts und je spezifischer Personenkonstellationen in Vergangenheit und Gegenwart. Über die Beschäftigung mit einzelnen Universitäten erschließt sich partiell das ganze Universitätssystem, ebenso wie sich über Vergleiche entlang spezifischer Themenfelder – zum Beispiel Professorenberufungen an mehreren deutschen Universitäten – generalisierende Aussagen treffen lassen. Lange Zeit herrschte in der Universitätsgeschichte eine eher traditionelle Institutionen-, Verfassungs- und Geistesgeschichte vor, später ergänzt durch politik- und sozialgeschichtliche Ansätze. In neueren Arbeiten hat sich nun auch die kulturgeschichtliche Wende der letzten Jahre mit ihren verschiedenen turns niedergeschlagen (Krug-Richter/Mohrmann 2009; Füssel 2006, Clark 2006), wobei eine historische Anthropologie der Universität, aber auch eine konsequente Geschlechtergeschichte der Universität oder eine Geschichte transnationaler Universitätsbeziehungen nach wie vor Desiderate darstellen. Eine regional oder national vergleichende Universitätsgeschichte, sei sie nun diachron oder synchron organisiert, trifft stets auf die Schwierigkeit, angesichts der enormen, historisch gewachsenen Vielfalt und Unterschiedlichkeit der einzelnen Universitäten und tertiären Bildungssysteme schon allein für den nationalen Rahmen geeignete Vergleichsmaßstäbe und -objekte zu entwickeln.

Narrative, Publika, Erinnerungskultur

Wie andere Forschungsfelder auch hat die Universitätsgeschichte Narrative als zeittyptische Deutungsmuster ausgebildet, die Konsens schufen und Syntheseleistungen ermöglichten, aber auch Perspektiven begrenzten. Dies galt etwa für den im 20. Jahrhundert aufkommenden und lange nicht hinterfragten Humboldt-Mythos (Ash 1997). Die Entwicklung der deutschen Universitäten im 19. Jahrhundert und die Implementierung des Forschungsimperativs wurde ideengeschichtlich und preußenzentriert, als nationale Erfolgsgeschichte der 1810 in Berlin gegründeten Friedrich-Wilhelms-Universität erzählt (Paletschek 2001b; 2002; Langewiesche 2010). Dieses in der bildungs- und wissenschaftspolitischen Diskussion bis heute vielfach repetierte und je nach den zeitgenössischen Legitimationsbedürfnissen umgeformte Narrativ war auf die selektive, diskursive Analyse weniger ‚Meistertexte‘ gegründet, nicht aber auf empirische Forschungen zur institutionellen Struktur, zur Sozialgeschichte oder zu kulturellen Praxen der Universitäten. Wie neuere Forschungen gezeigt haben, entwickelte sich der Forschungsimperativ aus einem äußerst komplexen, materiellen wie immateriellen Bedingungsgefüge. Deutsche Universitäten zeigten im langen 19. Jahrhundert neben beachtlichen Modernisierungsleistungen auch zahlreiche Defizite, die von den Zeitgenossen gesehen und teilweise breit diskutiert wurden. Die Entwicklung im 19. Jahrhundert erschien nur den Nachgeborenen als goldenes Zeitalter, aus zeitgenössischer Perspektive galten dagegen die Universitäten an bestimmten Punkten immer als reformbedürftig. Eine permanente Rückprojektion der in der jeweiligen Gegenwart als ideal imaginierten Universitätsverhältnisse oder die unhinterfragte Übertragung gegenwärtig vorgefundener Normen auf die Vergangenheit, was etwa Qualifikationsanforderungen angeht, ist nicht nur in Festreden, sondern oft auch in universitätshistorischen Darstellungen anzutreffen.

Die ideengeschichtliche und mit dem Humboldt-Mythos verknüpfte Idealvorstellung, dass Wissenschaft per se bilde und zudem die beste akademische Berufsbildung darstelle, da sie Problemlösungskompetenz vermittle und auf spätere, jetzt noch unabsehbare Veränderungen vorbereite, ist in ihrer Simplizität und Schlüssigkeit bestechend, bringt sie doch die drei Aufgabenfelder der Universität unter dem großen Hut der Wissenschaft und in der Führung durch große wissenschaftliche Persönlichkeiten zu einer vermeintlich klaren Lösung. Doch zeigt der Blick in die Niederungen des Universitätsalltags, dass die Multiversität universitärer Aufgaben über die Idee allein eben doch nicht so leicht zu lösen war. Eine zentrale, bis heute relevante Frage bleibt, wie die Universitäten historisch ihrer multifunktionalen Aufgabenbestimmung – Bildung, akademische Berufsbildung, wissenschaftliche Wissensproduktion – nachkamen und die aus diesem Anforderungsprofil resultierenden Spannungen lösten.

Der wissenschaftliche Produktionskontext Universitätsjubiläum legt eher eine monumentale denn eine kritische Geschichtsbetrachtung, eher eine Erfolgs- als eine Verlustgeschichte nahe. Hinzu kommt, dass mit der Universitätsgeschichte bis zu einem gewissen Grad die eigene Geschichte, das heißt die Geschichte der eigenen Institution, Profession oder Disziplin geschrieben und darüber auch heutige Selbstdeutungen und Identitätsstiftungen der Forschenden und Lehrenden verhandelt werden. Dies sind gewichtige Gründe, die der Universitätsgeschichte unterliegenden Narrative besonders kritisch zu reflektieren, zumal die Bindung historischer Forschung an erinnerungskulturelle Bedürfnisse der Gegenwart im Falle der Universitätsgeschichte durch den ressourcengenerierenden Jubiläumsanlass noch etwas deutlicher hervortritt. Universitätsgeschichte dient der historischen Identitätsstiftung und Selbstvergewisserung der einzelnen Universität und ihrer Angehöriger, ebenso wie, das zeigt der Mythos Humboldt, der nationalen Identitätsstiftung. Neben dieser legitimatorischen Funktion kommt ihr aber auch eine wichtige kritische Funktion in der hochschul- und wissenschaftspolitischen Diskussion zu, wenn etwa mit dem Verweis auf die Komplexität der historischen Entwicklung gegenwärtige Selbstverständlichkeiten und simple Lösungen in Frage gestellt werden.

Universitätsgeschichte begegnet uns nicht nur in akademisch-wissenschaftlichen, sondern auch in populären Formaten: Nach wie vor operieren hochschulpolitische Reden gerne mit Beispielen aus der Universitätsgeschichte. Viele Universitäten haben in den letzten Jahren, teilweise nach amerikanischen Vorbildern, Universitätsmuseen eingerichtet, die ihre Universitäts- und Wissenschaftsgeschichte präsentieren und als integralen Teil der universitären Öffentlichkeitsarbeit und des Merchandising verstehen. Vertreter ausländischer Partneruniversitäten, potentielle private Geldgeber oder Stifter, Alumni, Gäste wissenschaftlicher Tagungen oder auch Tagestouristen besuchen diese universitätsgeschichtlichen Ausstellungen. Bebilderte, populäre Universitätsgeschichten, wiederum gerne anlässlich der Jubiläen und neben den dickleibigen Festschriften als schmale Bändchen verfasst, liegen in den städtischen Buchhandlungen aus. Personalisierung, Dramatisierung, Narrativierung, Emotionalisierung und Visualisierung kennzeichnen populäre Geschichtspräsentationen und formen das Dispositiv für diese Universitätsgeschichtsdarstellungen. Dies hat wiederum entsprechende Rückwirkung auf das Geschichtsbild, das von Universität und Wissenschaft vermittelt wird und das so nicht nur von einer breiteren Öffentlichkeit, sondern auch von den Mitgliedern der scientific community und EntscheidungsträgerInnen in Gesellschaft und Wissenschaft aufgesogen wird, deren Vorstellungen von Universität und Wissenschaft mit prägt und damit in hochschulpolitische Entscheidungen und Zukunftsvorstellungen einfließt. Aufgabe einer kritischen Universitätsgeschichte muss es also sein, die in der wissenschaftlichen wie populären Literatur verwendeten Narrative und transportierten Geschichtsbilder zu reflektieren. Die neueren Darstellungen tun dies, indem sie verstärkt die erinnerungskulturelle Dimension von Universitätsgeschichte, also beispielsweise die Festkultur und die Jubiläumsfeiern, untersuchen (siehe John/Ulbricht 2007, vom Bruch 2007).

Momentaufnahmen – Screening neuerer Darstellungen zur Universitätsgeschichte

In den letzten Jahren erschien im Kontext der anstehenden Universitätsjubiläen eine nahezu unübersehbare Flut an Publikationen zur Universitätsgeschichte. Nach wie vor ist die Zahl der nicht-jubiläumsgebundenen Monographien oder Sammelbände deutlich überschaubarer (siehe z.B. Maurer 2006, 2010, Franzmann/Wolbring 2007, Wörster 2008, Becker 2008). Nach wie vor erscheinen Monographien eher traditionellen Zuschnitts, die die Geschichte einer Universität als einen eher unverbundenen Mix aus politischer Struktur- und an Personen orientierter Geistesgeschichte schreiben (Haupts 2007). Hier finden sich viele interessante Details und Befunde und man muss dem weiten, disziplinübergreifenden Horizont der Autoren Tribut zollen, doch den Ansprüchen einer methodisch reflektierten, systematischen Universitätsgeschichte entsprechen diese Arbeiten nicht.

Übergreifende Darstellungen zur deutschen Universitätsgeschichte, die den neuesten Forschungsstand synthetisieren, fehlen. Wenn sie vorliegen, sind sie oft nicht von eigentlichen Universitätshistorikern, sondern von am Thema interessierten Historikern oder Literaturwissenschaftlern (z.B. Koch 2008) geschrieben, die in einem weiten Bogen vom Mittelalter bis zur Gegenwart eine teleologische Erfolgsgeschichte präsentieren. In dieser stellen der Humboldt-Mythos und ein goldenes Zeitalter der deutschen Universität im Kaiserreich den Höhepunkt dar, während Verfallsstationen wahlweise mit dem Ersten Weltkrieg, 1933, 1968 oder, gegenwärtig sehr beliebt, mit dem Bolognaprozess markiert werden. In diesen Publikationen dominiert nach wie vor eine Orientierung an den großen Meistertexten zur Universitätsreform, die Konzentration auf die preußischen Universitäten und die preußische Unterrichtsverwaltung des 19. Jahrhunderts (System Althoff) sowie ein biographischer Zugriff über einzelne herausragende Gelehrte. Gesamtdarstellungen dieser Art perpetuieren die oben skizzierten traditionellen Narrative der Universitätsgeschichte, neuere Forschungsergebnisse fliessen nicht oder kaum ein. Desiderat wären hier also Überblicksdarstellungen, die sowohl die neueren Forschungsergebnisse als auch konzeptionelle Überlegungen einbeziehen.

Moderne Jubiläumsgeschichten

Unter den vielen Universitätsjubiläen der vergangenen Jahre – so zum Beispiel 400 Jahre Giessen (2007), 550 Jahre Greifswald (2006), 550 Jahre Freiburg (2007), 450 Jahre Jena (2008), 600 Jahre Leipzig (2009) oder auch 200 Jahre Berlin (2010) – stechen insbesondere die großen Jubiläumsaktivitäten der ostdeutschen Universitäten hervor. Dies ist sicher nicht nur Marketingzwecken geschuldet, denn schon im 19. Jahrhundert war den Universitäten klar, dass ein anstehendes Jubiläum durch die Resonanz in Presse und Öffentlichkeit die Möglichkeit bot, Politik wie Studenten auf sich aufmerksam zu machen und zusätzliche Finanzmittel einzuwerben. Im Falle der ostdeutschen Universitätsjubiläen kam sicher hinzu, dass das Bedürfnis nach einer historischen Standortbestimmung angesichts des politischen Umbruchs 1989 und der vielfachen politischen Brüche des 20. Jahrhunderts stärker ausgeprägt war als an westdeutschen Universitäten. Ausgehend von den vielen Zeitgenossen noch gegenwärtigen politischen Umbrüchen lag der Fokus der Festschriften häufig auf der Universitätsgeschichte des 20. Jahrhunderts, die dadurch erfreulicherweise Auftrieb erhielt.

Unter den bisher vorliegenden Jubiläumsschriften setzte das Jenaer Projekt, nicht zuletzt auch durch die zur Verfügung gestellten Ressourcen, neue Maßstäbe, selbst wenn auch andernorts wie etwa in Leipzig8 beeindruckende Bände erarbeitet wurden oder wie im Fall der Berliner Humboldt-Universität und ihres 2010 begangenen 200jährigen Jubiläums noch im Erscheinen begriffen sind. Die Jenaer Arbeitsgruppe beschäftigte sich besonders intensiv mit den neueren Ansätzen in der Universitätsgeschichte sowie mit dem Produktionskontext Jubiläum (Gerber u. a. 2009: 1-22). Die abschließende synthetisierende Geschichte der Universität Jena wurde über viele Jahre hinweg systematisch durch vergebene Qualifikationsarbeiten sowie mehrere Sammelbände und Tagungen vorbereitet (siehe u. a. Hoßfeld/Kaiser/Mestrup 2007).9 Die Jenaer Universität kann damit als besterforschte deutsche Universität des 19. und 20. Jahrhunderts gelten.

Ausgangspunkt des Jenaer Konzepts war das Plädoyer neuerer Arbeiten für eine ‚Realgestalt‘ der Universität, das heißt eine methodisch offene und mehrdimensionale Strukturgeschichte der Universität als Lehr-, Forschungs- und Dienstleistungsinstitution (Paletschek 2001a: 1-7), sowie das Modell eines Ressourcenensembles von Wissenschaft und Politik (Ash 2002). Über eine Strukturgeschichte sollte das komplexe Geflecht wechselseitiger Beziehungen von Universität, Wissenschaft und Gesellschaft erfasst und in einer kulturgeschichtlichen Erweiterung mit einer Analyse der Selbstbilder und Erinnerungskulturen verknüpft werden (Gerber 2009: 23-47). So plädierte etwa Stefan Gerber dafür, das retrospektive Narrativ der Erfolgsgeschichte der deutschen Universität im Kaiserreich von den tatsächlichen Erfolgen zu unterscheiden. Gerade über die Beschäftigung mit der Geschichte ostdeutscher Universitäten und ihren vielfach gebrochenen Wissenschaftskulturen stellt sich die Frage, welches Narrativ den widersprüchlichen Entwicklungen gerecht wird. Die gängige Meistererzählung – Höhepunkt der internationalen Reputation der deutschen Universitäten im Kaiserreich und Nachhall in der Weimarer Republik, Niedergang im Nationalsozialismus und in der DDR, begrenzter Aufstieg in der BRD und nach der Wiedervereinigung – geht über die empirisch zu konstatierenden Widersprüchlichkeiten in der Entwicklung hinweg und berücksichtigt die internationale Entwicklung und Verflechtung zu wenig (Grüttner u. a. 2010: 18). Als neues Deutungsmuster kristallisiert sich aus dem Jenaer Projekt die Bedeutung von Krisenrhetorik als Reaktion der Universitäten und ihrer Angehörigen auf gesellschaftspolitische Herausforderungen heraus. Das Sinnbild von Krise und Aufbruch kennzeichnete die Selbstdeutung der Jenaer Universität im 19. und 20. Jahrhundert (Gerber 2009: 5; John 2010: 107-140), ist jedoch nicht gleichzusetzen mit einer Realitätsbeschreibung. Reform und Konflikt fungierten auch in den Zeiten der Sowjetischen Besatzungszone und der DDR als Beschreibungskategorien und Leitlinien der Diskussion (Kaiser/Mestrup 2009: 593).

Das Jenaer Projekt hat sich am intensivsten mit systematischen Fragen der Universitätsgeschichte auseinandergesetzt, doch zeigen sich in der Zusammenschau mit anderen Festschriften ‚zeittypische‘ Gemeinsamkeiten der neueren Jubiläumsschriften, in dem die Erinnerungskultur, die ‚Realgestalt‘ und die räumliche Dimension der Universität stärker reflektiert werden, ebenso wie vereinzelt die Disziplinentwicklung systematischer und entsprechend der neueren wissenschaftsgeschichtlichen Zugänge erforscht wurde.

Das Erinnerungsparadigma, die Reflexion der Jubiläumskultur, wurde breit nicht nur in der Jenaer, sondern auch in anderen Festschriften, so etwa der Gießener (Carl/Lenger 2009) aufgegriffen. In den meisten neueren Jubiläumspublikationen kommt der räumlichen Dimension, das heißt der lokalen Wissenschaftskultur in ihren regionalen, nationalen und internationalen Verflechtungen, eine besondere Aufmerksamkeit zu. Die Gießener Festschrift zeigt selbstbewusst-ironisch mit dem Titel „Universalität in der Provinz“ die Universität im Spannungsfeld von Forschung und Dienstleistung, selbstgenügsamem Provinzialismus und nationaler beziehungsweise internationaler Wissenschaftsavantgarde (Liebig). Die Jenaer Universitätsgeschichte macht die Bedeutung ‚weicher‘ räumlicher Faktoren im Ressourcenensemble, also der geographischen Lage, der Landschaft und der Familientradition, sowie die spezifische Situation von Jena als Industriestadt für den Aufstieg der Universität und die Ausformung der lokalen Wissenschaftskultur in der zweiten Jahrhunderthälfte deutlich (Gerber 2009: 28-41). Über das Konzept der Bildungslandschaft lotet die Greifswalder Festschrift aus, welche Rolle räumliche Bezüge für Universitäten haben. Hier wird gezeigt, wie im Ostseeraum in der Frühen Neuzeit eine Bildungslandschaft als Ergebnis von konfessioneller Einheitlichkeit, gemeinsamer Rechtstradition, Migration von Gelehrten und Studenten sowie wirtschaftliche Förderung (Stipendien, Stundung von Studiengebühren) entstand (Alvermann/Jörn/Olesen 2007).

Auch in den bisher erschienenen Bänden der Berliner Festschrift wird die Bedeutung der lokalen Forschungskontexte, Ressourcen und Kommunikationszusammenhänge für die Wissenschaftsentwicklung deutlich. Hier zeigt sich ebenfalls die Tendenz zur ‚Realgeschichte‘, indem gefragt wird, wie es im Alltag der universitären Arbeit denn tatsächlich um die Realisierung der ‚reinen‘ Wissenschaft bestellt war (Tenorth 2010: 9-40). Disziplinenbildung in Berlin folgte, so die These, nicht den Visionen der Philosophen, sondern den lokalen Prämissen und Kommunikationszusammenhängen, das heißt vorhandenen Sammlungen und den Ressourcen des Standorts, den Erfordernissen der Lehre sowie den Erwartungen des Staates und der Nation. Erst für die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts kann von einer Forschungsuniversität und einer Vielfalt der wissenschaftlichen Praxen gesprochen werden. Es waren häufig interne wie externe Konflikte, machtgestützte Aushandlungsprozesse zwischen Staat und Universität, Gelehrten und akademischen Gremien, die die Disziplinbildung und deren weitere Differenzierung beförderten.

Neueren Ansätzen folgt auch der anlässlich des Gießener Universitätsjubiläums erschienene Tagungsband zu Wissenschaften und Universitäten in der modernen Wissenschaftsgesellschaft des 20. Jahrhunderts, der sowohl Beiträge zur Gießener wie zur nationalen Wissenschaftsentwicklung enthält (Reulecke/Roelcke 2008). Er thematisiert insbesondere die Ausdifferenzierung der Geistes- und Kulturwissenschaften sowie die Verwissenschaftlichung des Sozialen im 20. Jahrhundert und stellt damit einen wichtigen Beitrag zur Wissenschaftsgeschichte der humanities dar. Die Erforschung der Wissenschaftsproduktion, deren historische, soziale und epistemologischen Voraussetzungen sowie deren innerwissenschaftliche Dynamik ist das programmatische Ziel – nicht eine retrospektive Kohärenz (Roelcke 2008: 9-16). Hierbei wird auch nach der Rolle der Universitäten als Ort und Motor von Ausdifferenzierungsprozessen sowie nach den institutionalisierten Wechselbeziehungen zwischen Wissenschaft und Politik gefragt. Der Sammelband ist ein gutes Beispiel dafür, wie Universitäts- und Wissenschaftsgeschichte verzahnt werden können, auch wenn dies nicht in allen Beiträgen gleichermaßen eingelöst wird.

Ein knappes Fazit: Mit den Jubiläumsschriften der letzten Jahre liegen, insbesondere für die Universitätsgeschichte des 20. Jahrhunderts, zahlreiche neue Ergebnisse vor. Es fehlt an modernen Synthesen auf der Basis des neuesten Forschungsstandes und es bleibt abzuwarten, welche Nachhaltigkeit die durch die Jubiläen angestoßene Konjunktur der Universitätsgeschichtsforschung haben wird.10 Eine kritische Reflexion der bisherigen master narratives ist unabdingbar und nicht nur ein wissenschaftliches, sondern auch ein gesellschaftspolitisches Gebot der Stunde, spielen die Mythen und Meistererzählungen der Universitätsgeschichte doch auch in den gegenwärtigen Standortbestimmungen und Zukunftsentwürfen der Universitäten weiterhin eine große Rolle. Eine politik-, kultur-, sozial- und wissenschaftsgeschichtlich inspirierte Strukturgeschichte der Universität, die nicht mehr primär geistesgeschichtlich, über die Reformtexte, Festreden oder das Wirken großer Persönlichkeiten, Universitätsentwicklung deutet, sondern über eine Vielzahl an Quellen und Zugriffen die Institution und ihre Wissensproduktion in ihren vielfältigen Verschränkungen zu erfassen sucht, steht aber auch vor dem Problem, diese Informationsflut zu organisieren. So hat etwa die große abschließende Synthese zur Jenaer Universitätsgeschichte von der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis heute circa 1000 Seiten und die vorlaufenden Sammelbände haben ein Vielfaches dieses Umfangs. Die bisherigen master narratives sorgten nicht nur für eine Kohärenz der Erzählung, sondern auch für eine massive Reduktion der als bedeutsam qualifizierten Fakten. Wie eine neue Meistererzählung aber aussehen könnte, die die differenzierten Ergebnisse synthetisiert, ob es eine solche überhaupt geben kann und ob wir sie wirklich brauchen – vielleicht geht es ja auch mit exemplarisch-eklektischen Facetten mittlerer Reichweite – ist eine offene Frage und letztlich ein Problem, das nicht nur die Universitätsgeschichte hat.

Fußnoten
1

So die Schriftenreihe der Gesellschaft für Universitätsgeschichte seit 1999 (Schwabe Verlag) oder die Schriftenreihe Pallas Athene seit 2000 (Steiner Verlag).

 
2

So steigerte sich beispielsweise die Publikationsfrequenz bestehender Reihen wie Contubernium. Tübinger Beiträge zur Universitäts- und Wissenschaftsgeschichte seit Mitte der 1990er Jahre ersichtlich oder ältere Reihen, etwa die seit 1952 bestehenden Freiburger Beiträge zur Wissenschafts- und Universitätsgeschichte, erschienen seit 2006 in neuer Folge.

 
3

Siehe hierzu: Historische Kommission bei der Bayrischen Akademie der Wissenschaften, Rektoratsreden im 19. und 20. Jahrhundert – Online-Bibliographie, URL: http://www.historische-kommission-muenchen-editionen.de/rektoratsreden/ [zugegriffen am 20.12.2010].

 
4

Siehe beispielhaft den Professorenkatalog der Universität Leipzig, URL: http://www.uni-leipzig.de/unigeschichte/professorenkatalog/ [zugegriffen am 20.12.2010].

 
5

Auf deren Homepage (URL: http://www.cihu-ichu.org/index.php?id=39 [zugegriffen am 20.12.2010]) Informationen zu laufenden nationalen und internationalen Tagungen zur Universitätsgeschichte.

 
6

Siehe beispielweise die informative Homepage des university history forum for Finnish (and foreign) researchers on the history of universities (URL: http://www.helsinki.fi/historia/ylhist/homepage.html [zugegriffen am 20.12.2010]). Anlässlich des 2011 anstehenden Universitätsjubiläums hat sich mit dem Forum for University History an der Universität in Oslo ein Schwerpunkt in der Universitätsgeschichte herausgebildet, siehe Benum 1999.

 
7

Bislang gibt es keine ausgeprägte Reflexion über Aufgabenbestimmung und Perspektiven der Universitätsgeschichte. Eine Standortbestimmung erschließt sich am ehesten aus den Forschungsüberblicken von Hammerstein 1983, Müller 2000, vom Bruch 2004, Asche/Gerber 2008.

 
8

Siehe die Publikationen der Reihe Beiträge zur Leipziger Universitäts- und Wissenschaftsgeschichte, in der seit 2002 mittlerweile 24 Bände erschienen sind. Als Aufriss der Leipziger Forschungsdesiderate, siehe von Hehl 2005.

 
9

Zwischen 1998 und 2007 erschienen im Hinblick auf das Jenaer Jubiläum 14 Sammelbände und Monographien, siehe Projekt „Jenaer Universitätsgeschichte“, URL: http://www.uni-jena.de/Das_Projekt.html [zugegriffen am 20.12.2010].

 
10

So gibt es bislang an keiner deutschen Universität eine Professur mit einer Teildenomination Universitätsgeschichte.

 

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