Date: 05 Apr 2011

Gefährdung der „Food Security“ durch die Auswirkungen des Klimawandels

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Zusammenfassung

Der Anteil der Weltbevölkerung, der dauerhaft an Unterernährung leidet, ist seit den 70iger Jahren gesunken, in absoluten Zahlen jedoch steigt die Anzahl der Hungernden an; im Jahr 2009 lag sie über einer Milliarde Menschen. Aufgrund der Zunahme der Weltbevölkerung wird die landwirtschaftlich nutzbare Ackerfläche pro Person weltweit von etwa 0,4 ha pro Person im Jahr 1960 auf etwa 0,1 ha pro Person im Jahr 2060 sinken. Vor diesem Hintergrund ist es völlig unverständlich, wenn immer noch versucht wird, den Klimawandel und seine Auswirkungen auf die „Food Security“ (globale Temperaturerhöhung, Erhöhung der Meeresspiegel, Verschiebung oder Wegfall von landwirtschaftlichen Nutzflächen etc.) in Abrede zu stellen; jetzt weisen nicht mehr nur die Trends langjähriger Temperatur- und Niederschlagsmessungen, sondern auch bereits einsetzende Veränderungen in Flora und Fauna darauf hin, welche zukünftige Wechsel ihrer Lebensumstände auf die Menschheit zukommen wird, die irreversibel sein werden, wenn nicht jetzt gehandelt wird. Am Phänomen der „Biokraftstoffe der Ersten Generation“ wird aufgezeigt, wie vermeintlich gut gemeinter Aktionismus die Problematik der „Food Security“ (siehe auch Schmidhuber und Tubiello in Proc Natl Acad Sci USA 104:19703–19708, 2007) verschärfen kann. Wird nicht ernstlich etwas gegen den Anstieg des Gehalts der Luft an Klima-relevanten Gasen (u. a. Kohlendioxid, Methan, Lachgas) unternommen, so wird es in absehbaren Zeiträumen (a) zur gravierenden Minderung der „Food Security“ für große Teile der Menschheit kommen, (b) zur Migration hungernder Menschen in Gebiete, wo noch ein ausreichendes Nahrungsangebot erwartet wird, und (c) schließlich zu gesellschaftlichen (kriegerischen) Auseinandersetzungen zwischen den Staaten, welche die „Food Security“ für ihre Bevölkerung noch gewährleisten können, und denen, die aufgrund des Klimawandels über nicht mehr genügend landwirtschaftliche Anbaufläche zur Versorgung ihrer Bevölkerung mit Lebensmitteln verfügen.