Journal für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit

, Volume 4, Supplement 2, pp 33–40

Update zur spezifischen Immuntherapie (SIT) bei allergischer Rhinokonjunktivitis: Subkutane (SCIT) und sublinguale Applikation (SLIT) der Hyposensibilisierung

  • Jörg Kleine-Tebbe
  • Gerald Hanf
  • Dietmar A. Herold
BEITRÄGE VOM 4. GEMEINSAMEN DEUTSCHEN ALLERGIE-KONGRESS

DOI: 10.1007/s00003-009-0512-3

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Kleine-Tebbe, J., Hanf, G. & Herold, D.A. J. Verbr. Lebensm. (2009) 4: 33. doi:10.1007/s00003-009-0512-3
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Zusammenfassung

Bei der subkutanen Injektionsbehandlung (SCIT) entsteht durch diverse immunologische Veränderungen anhaltende Toleranz gegenüber den eingesetzten Allergenen. Die Wirksamkeit der SCIT ist bei der allergischen Rhinokonjunktivitis bei Pollen- und Hausstaubmilbenallergie durch zahlreiche kontrollierte Studien und bei Tier- (Katzen) und Schimmelpilzallergie (Alternaria, Cladosporium) durch wenige Studien belegt. Eine Indikation zur SCIT besteht bei IgE-vermittelter Sensibilisierung mit korrespondierenden klinischen Symptomen durch Allergene, bei denen eine Karenz nicht möglich oder nicht ausreichend ist. Die Kontraindikationen müssen individuell berücksichtigt werden. Die Therapie sollte über einen Zeitraum von drei Jahren durchgeführt werden. Kinder zeigen eine gute Verträglichkeit und profitieren besonders von den immunmodulatorischen Effekten. Das Auftreten schwerer, potentiell lebensbedrohlicher systemischer Reaktionen ist möglich, aber bei Einhaltung aller Sicherheitsmaßnahmen sehr selten. Die Wirksamkeit der sublingualen Applikation (SLIT) ist bei der allergischen Rhinokonjunktivitis durch Gräserpollenallergene in mehreren, großen kontrollierten Studien belegt. Die SLIT mit Pollenallergenen kann bei Erwachsenen mit allergischer Rhinokonjunktivitis mit wirksamen Produkten eingesetzt werden, insbesondere dann, wenn eine SCIT nicht in Frage kommt. Bei Hausstaubmilbenallergie oder anderen Allergenquellen bzw. allergischem Asthma stellt die SLIT keinen Ersatz für die SCIT dar. Bei Kindern und Jugendlichen kann die Anwendung der SLIT mit wirksamen Präparaten in Betracht gezogen werden, wenn eine SCIT nicht in Frage kommt. Die Therapie wird dem Patienten gemäß den Gebrauchsinformationen des Herstellers erläutert und drei Jahre prä- und ko-saisonal oder ganzjährig durchgeführt. Der Therapieverlauf sollte durch ärztliche Konsultationen wenigstens alle drei Monate begleitet werden. Abgesehen von sehr häufig bis häufig auftretenden, dosisabhängigen unerwünschten lokalen Symptomen im Mund- und Rachenraum sind systemische Reaktionen vorwiegend leichterer Ausprägung nach einer SLIT bisher sehr selten beschrieben worden.

Schlüsselwörter

Typ-I-AllergieAllergenespezifische ImmuntherapieSCITSLITHyposensibilisierung

Copyright information

© Birkhäuser Verlag, Basel/Switzerland 2009

Authors and Affiliations

  • Jörg Kleine-Tebbe
    • 1
  • Gerald Hanf
    • 1
  • Dietmar A. Herold
    • 1
  1. 1.Allergie- u. Asthma-Zentrum WestendBerlinGermany