Date: 19 Dec 2013

Der Einfluss des demographischen Wandels auf die Ausgaben der Krankenversicherung

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Zusammenfassung

Die vorliegende Untersuchung hat zum Ziel, anhand von ausgewählten empirischen Daten stationär und ambulant privat Vollversicherter der DKV die Frage zu klären, ob die steigende Lebenserwartung eine Krankenversicherung vor größere finanzielle Probleme stellt oder nicht. Insbesondere interessiert dabei die Frage, inwieweit die Kosten, die kurz vor dem Tod entstehen, zu den Gesamtkosten des Gesundheitswesens beitragen.

Dabei ergibt sich folgendes Bild. Auch ohne die „Kosten des Sterbens“ nehmen die Gesundheitskosten gerade im stationären Sektor erheblich zu. Die Auswirkung dieser Sterbe-Kosten auf die Kostenentwicklung insgesamt wird daher häufig überschätzt. Auch die Kosten der Überlebenden sind hoch und nehmen, gerade in höheren Altersgruppen, überproportional zu. Damit muss die These, dass sich durch die längere Lebenserwartung der Zeitpunkt und die Kosten des Sterbens nur nach hinten verschieben, zumindest mit einem Fragezeichen versehen werden. Ältere Menschen leben nicht nur immer länger, sie verursachen auch immer höhere Kosten. Daraus resultieren wachsende Probleme für die Krankenversicherung, die sich einem erheblichen Mehrfinanzierungsbedarf, demographisch bedingt, gegenübersieht.

Abstract

The analysis presented in this document investigates the question of whether the increase in life expectancy causes financial stress for health insurance systems or not. In particular, the authors focused on the financial impact of the „costs of dying“ and how much these costs contribute to the total health costs. The article analyses an in-patient and an out-patient tariff of a large private health insurance company in Germany. It is based on health care costs of people who died in 1999 and of those who continued to live. The percentage of the costs of dying is often overestimated. However, the costs of those who continued to live increased overproportionately. In particular, this was true for the insured people over 80 years.

The claim that the increase of life expectancy only postpones the high costs in the future and has no impact on the financial conditions of health insurance is doubtful. Older people live longer and have more opportunity to take medication and receive therapy for a longer period. Therefore we argue that longer life expectancy and other factors like progress in medical technology pose a severe threat on the financial stability of health insurance.

Wir danken Frau Barbara Engels für ihre konstruktive Kritik, Herrn Markus Hollex für die Bereitstellung der Basisdaten und zwei anonymen Gutachtern für ihre nützlichen Hinweise.