Fernpleuritis und ihre Beziehungen zu Schwielen im Lungenspitzengebiet

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Zusammenfassung

Bei einer großen Zahl exsudativer Pleuritiden erfolgt bei freiem Pleuraspalt wahrscheinlich schon im Frühstadium eine Verschiebung des Exsudates in dünner Schicht über die ganze Lungenoberfläche, besonders auch in das Spitzengebiet. An allen den Stellen, an denen das Exsudat durch die Atmung am wenigsten in Bewegung gehalten wird, in der Pleurakuppel und mediastinal, kann es Anlaß zur Ausbildung pleuritischer Schwielen und Verwachsungen werden (Fernpleuritis). Je nachdem das Exsudat bacillenreich oder bacillenarm ist, wird die entstehende Pleuritis und ihre Folgen histologisch tuberkulöser oder nicht einwandfrei tuberkulöser Struktur sein (z. B. cartilaginöse Schwiele).

So erklärt sich das Auftreten tuberkulöser und zweifelhaft tuberkulöser Spitzenschwielen auch ohne daß in der Lungenspitze selbst tuberkulöse, Pleuritis veranlassende Herde vorhanden sind.

Physikalische Bedingungen für die “Verschleppung” von Exsudat in das Spitzengebeit sind die Einwirkungen der Schwere (Verschieblichkeit) und die Einflüsse der Atmung, der an verschiedenen Stellen verschiedenen Lungenelastizität und der Atelektase.

Mit 3 Abbildungen im Text.
Nach einem Vortrag in der Sitzung der Vereinigung südwestdeutscher Heilstättenärzte in Frankfurt a. M. am 27. XI. 1932.