Archiv für Kreislaufforschung

, Volume 25, Issue 1, pp 242–254

Ein elektrischer Schrittmacher zur Behandlung des Herzstillstandes bei erhaltener Kontraktionsfähigkeit

  • A. Dittmar
  • G. Friese
  • E. Nusser
Article

DOI: 10.1007/BF02119132

Cite this article as:
Dittmar, A., Friese, G. & Nusser, E. Archiv für Kreislaufforschung (1957) 25: 242. doi:10.1007/BF02119132

Zusammenfassung

  1. 1.

    Es wird ein elektrischer Schrittmacher zur Behandlung des Herzstillstandes bei erhaltener Kontraktilität beschrieben. Dieses Gerät liefert Rechteckimpulse von 8 msec Dauer mit variabler Spannung und Impulsfolge. Die Impulszuführung erfolgt mittels einer Perikard- und einer Rückenelektrode.

     
  2. 2.

    Der Anwendung am Menschen gingen Tierexperimente voraus, die die Wirksamkeit des Gerätes sowohl bei normal schlagenden Herzen, als auch nach künstlicher Erzeugung eines AV-Blockes zeigten. Auf die ungünstige Wirkung stärkerer Muskelzuckungen bei der elektrischen Reizung des Herzens wird hingewiesen.

     
  3. 3.

    Indikationen sind: Herzstillstand im Rahmen derMorgagni-Adams-Stokesschen Krankheit, nach elektrischem Trauma, nach Überdosierung von Procainamid und Digitalis, nach Defibrillierung und der sog. “reflektorische” Herzstillstand. Unwirksam ist die elektrische Reizung beim Kreislaufstillstand infolge eines Kammerflimmerns und beim Herzstillstand infolge erloschener Kontraktionsfähigkeit.

     
  4. 4.

    Bei vier Kranken mit dem Symptomenbild derMorgagni-Adams-Stokesschen Krankheit mit wiederholten Herzstillständen wurde das Gerät erfolgreich angewandt. Bei einer dieser Kranken war der elektrische Schrittmacher 90 Stunden lang ununterbrochen in Tätigkeit.

     
  5. 5.

    Nachteilige Wirkungen der elektrischen Reizung des Herzens wurden nicht festgestellt. Die Möglichkeit einer Herzschädigung wird diskutiert.

     

Copyright information

© Verlag von Dr. Dietrich Steinkopff 1957

Authors and Affiliations

  • A. Dittmar
    • 1
  • G. Friese
    • 1
  • E. Nusser
    • 1
  1. 1.der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg (Ludolf-Krehl-Klinik)HeidelbergDeutschland