Die Wirkung des Biguanids und seiner Derivate auf den Zuckerstoffwechsel

Rent the article at a discount

Rent now

* Final gross prices may vary according to local VAT.

Get Access

Diskussion und Zusammenfassung

Überblickt man die Einwirkung der Biguanide auf den tierischen Organismus insbesondere auf seinen Zuckerstoffwechsel, so muß man zugeben, daß diese Stoffe in biologischer Beziehung auffallend viele Merkmale mit den Synthalinkörpern gemeinsam haben. Das Symptom der Blutzuckersenkung, die hypoglykämischen. Krämpfe, deren Aufhebbarkeit durch Traubenzucker, die Unmöglichkeit, durch Adrenalin die Krämpfe zu beseitigen und durch Traubenzucker die Tiere endgültig zu retten, ferner die Herabsetzung des Blutzuckerniveaus pankreasloser Hunde, alle diese Tatsachen sind beiden Körpern gemeinsam. Hinsichtlich der Glykogenbildung am normalen wie pankreaslosen Tier besteht wohl auch kein Unterschied1).

Im Gegensatz dazu sind zwischen der Wirkung der Biguanide und der des Insulins grundsätzliche Differenzen festzuhalten. Die Glykogensynthese durch Insulin, die Heilung der Insulinkrämpfe durch Adrenalin, die lebensrettende Wirkung von Traubenzucker und vor allem jener eigentümliche trophische Einfluß des Insulins auf den pankreaslosen Hund, durch den das Tier munter, lebhaft und vollkommen gesund erscheint, alle diese Dinge kann man mit den Biguaniden nicht erzielen. Für die therapeutische Anwendung am Menschen scheinen uns aber diese Tatsachen sehr bedeutungsvoll zu sein. Wenn eine Substanz hypoglykämische Krämpfe bedingt, das Tier aus diesem Krampfzustand durch Traubenzuckerinjektionen zu befreien ist, aber trotz weiterer Nahrungs- und Zuckerzufuhr unter schweren kachektischen Erscheinungen stirbt, so beweist dies eine sehr stark toxische Komponente, die man nicht vernachlässigen darf. Daher haben wir die Körperklasse der Biguanide als Ersatz des Insulins am Menschen nicht ausprobieren lassen.