Planta

, Volume 59, Issue 3, pp 296–329

UV-Musterungen auf Blüten und ihr Zustandekommen

  • H. Kugler
Article

DOI: 10.1007/BF01872300

Cite this article as:
Kugler, H. Planta (1963) 59: 296. doi:10.1007/BF01872300

Zusammenfassung

  1. 1.

    Unter Einbezug des UV-Bereiches sind Blütenzeichnungen noch stärker verbreitet. Doch treten im kurzwelligen Bereich keine neuen Mustertypen auf. Strich- und Fleckenmale sind häufig. Dagegen fehlen offenbar Tüpfelmale.

     
  2. 2.

    Auch unter Berücksichtigung der uv-freien Male sind bei radiären Blüten Muster weniger häufig als bei dorsiventralen. Der Anteil reiner uv-freier Male ist bei radiären Formen größer als bei dorsiventralen.

     
  3. 3.

    Auch bei den uv-freien Malen besteht eine Beziehung zur Blütengestalt, indem sie den Eingang zur Blüte bzw. zu den Nektarien flankieren. Bei dorsiventralen Formen können sie in diesem Zusammenhang auch an der Spitze der Petalen, z. B. des Schiffchens oder der Flügel bei Schmetterlingsblumen, auftreten.

     
  4. 4.

    Es muß auch bei der UV-Reflexion zwischen Glanz und diffuser Reflexion unterschieden werden. Der Glanzeffekt tritt an den Epidermisaußenwänden, die diffuse Reflexion besonders an tieferen Schichten, Inhaltskörpern und vornehmlich an den Grenzflächen Zellmembran-Intercellularenluft auf (TapetumExners).

     
  5. 5.

    Ein normales Blatt reflektiert infolge dieser Tapetumwirkung UV wie das sichtbare Licht an den Intercostalfeldern stärker als an den Nerven. Doch treten dadurch nur quantitative Unterschiede und keine qualitativen, d. h. farblichen Differenzierungen auf.

     
  6. 6.

    Die uv-freien Male beruhen auf der Anwesenheit uv-absorbierender Stoffe in bestimmten Geweben. Diese Substanzen können zugleich sichtbare Pigmente sein oder für uns unsichtbare, mit Eisenchloridlösung reagierende Stoffe. Nach dem Auswaschen dieser Substanzen mit Äthyloder Isopropylalkohol reflektieren die Blätter UV stark und zeigen keine Musterung mehr. Dies gilt auch fürRanunculus acer, dessen Stärketapetum an der UV-Malbildung unbeteiligt ist bzw. nur die Rolle jedes anderen Tapetums spielt.

     

Copyright information

© Springer-Verlag 1963

Authors and Affiliations

  • H. Kugler
    • 1
  1. 1.München 13