, Volume 41, Issue 5, pp 205-212

Renaler Konzentrierungsmechanismus bei exogener Wärmebelastung

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Zusammenfassung

1. In Fortführung der Untersuchungen über die Anpassung des Menschen an geänderte thermische Umweltfaktoren wurde der renale Konzentrierungsmechanismus bei exogener Wärmebelastung analysiert. Die an insgesamt 35 Versuchspersonen vorgenommenen Untersuchungen wurden in der Klimakammer der Medizinischen Univ. Klinik Marburg a. d. Lahn in einem Lufttemperaturbereich von 26–40° C (relative Feuchtigkeit 50 bis 60%, Windgeschwindigkeit <0,1 m/sec) durchgeführt.

2. Wird die Lufttemperatur nach einer Vorperiode bei Thermoindifferenzbedingungen (26–27° C) innerhalb von 30–35 min auf 40° C erhöht und diese Temperatur 90 min konstant gehalten, so sinkt der Harnfluß hydratisierter kreislauf-, stoffwechsel- und nierengesunder Versuchspersonen kontinuierlich bis auf einen Minimalwert ab. Die Wärmeeinwirkung führt vorwiegend zu einer Belastung des physikalischen Anteils der Thermoregulation.

3. Mit zunehmender Antidiurese steigt das Verhältnis der osmotischen Konzentrationen von Urin und Serum im Sinne einer definierbaren Hyperbelfunktion an. Parallel hierzu wird die Claerance des osmotisch freien Wassers reduziert und damit die tubuläre Wasserreabsorption ebenfalls im Sinne einer Hyperbelfunktion gesteigert. Ob es sich dabei um einen ADH-Effekt handelt, muß als fraglich angesehen werden. Die für diese Annahme maßgebenden Gesichtspunkte werden erörtert. Die osmolare Clearance fällt unter den gleichen Bedingungen erst flach und nach Überschreiten des isoosmotischen Parameters mit wachsender Steilheit ab.

4. Bei Erhöhung der Lufttemperatur werden glomeruläre Filtration und Gesamtelimination der osmotisch aktiven Substanzen erniedrigt. Die Exkretionsfraktion bleibt dagegen unverändert, woraus zu folgern ist, daß das Verhältnis zwischen Filtration und Reabsorption-Sekretion der osmotisch aktiven Substanzen unter Wärmebelastung konstant bleibt.