Zeitschrift für Physik

, Volume 112, Issue 9, pp 512–540

Über die innere Bewegung des Elektrons. I.

Authors

  • H. Hönl
    • 2. Physikal. Institut d. Techn. Hochschule
  • A. Papapetrou
    • 2. Physikal. Institut d. Techn. Hochschule
Article

DOI: 10.1007/BF01341246

Cite this article as:
Hönl, H. & Papapetrou, A. Z. Physik (1939) 112: 512. doi:10.1007/BF01341246

Zusammenfassung

Bei dem Versuch, die Tatsache des Elektronenspins mit einer punktförmigen Struktur des Elektrons vom Standpunkt der klassischen Theorie in Einklang zu bringen, wird man zwangsläufig zur Einführung negativer Massen (neben positiven) geführt. Als ein einfaches Modell des Elektrons bietet sich dann die Überlagerung eines Massenpols m und eines Massendipols p dar. — 1. Es werden in engem Anschluß an eine Arbeit von Lubański auf Grund der Näherungslösung der Feldgleichungen der Gravitation (retardierte Potentiale) Bewegungsgleichungen für das Pol-Dipol-Teilchen aufgestellt. — 2. Es wird gezeigt, daß die Bewegungsgleichungen Lösungen besitzen, welche einer Kreisbewegung des Teilchens mit konstanter (Mikro-)Geschwindigkeit und verschwindendem Impuls entsprechen (makroskopisch ruhendes Teilchen). Die Gleichungen für die Kreisbewegung lassen einen bemerkenswerten Grenzübergang zu (m→∞, p→0), bei welchem die Mikrogeschwindigkeit des Teilchens die Lichtgeschwindigkeit erreicht, die Energie aber endlich bleibt. Es ist naheliegend, diesen Grenzfall mit der unendlichen (oder praktisch unendlichen) Selbstenergie der Elektronenladung in Zusammenhang zu bringen. Der Fall der Translation wird untersucht.—3. Die Energiefunktion des Pol-Dipol-Teilchens steht in enger korrespondenzmäßiger Analogie zum Hamiltonoperator des Diracschen Elektrons (beide sind Bilinearformen in den Komponenten von Makroimpuls und Mikrogeschwindigkeit des Teilchens). Es gelten Bewegungsgleichungen in der kanonischen Form, welche sich auch auf den Fall eines äußeren elektromagnetischen Feldes anwenden lassen.—4. Auf Grund einer anschaulichen Analyse der Energieverteilung wird ein Ausdruck für den Drehimpuls abgeleitet, der sich als eine Konstante der Bewegung ergibt. Der gesamte Drehimpuls erscheint in zwei Anteile zerlegt, die man als inneren Drehimpuls (Spin) und Bahndrehimpuls bezeichnen wird. Der Schwerpunktsatz ist erfüllt. Es ergibt sich eine weitgehende Rechtfertigung für das kürzlich von dem einen der Verf. aufgestellte Elektronenmodell des „umlaufenden Massenpunktes“, wonach eine punktförmige Masse mit Lichtgeschwindigkeit eine Kreisbahn mit dem Radius ℏ/2 μ c beschreiben soll (μ Elektronenmasse).

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