, Volume 107, Issue 2, pp 99-107

Traumatic lesion of the extracranial vertebral artery a note-worthy potentially lethal injury

Abstract

The autopsy findings from routine neuropathological investigations of the cervical spine after any history of trauma emphasized the vulnerability of the extracranial vertebral arteries. In 21 cases with trauma to the head and neck, normal autopsy procedures did not succeed in revealing an obvious cause of death. Traumatic lesions of the spinal cord such as contusion or neurorrhexis were seen in 10 cases. In 15 cases we observed different degrees and stages of traumatic lesions of the extracranial vertebral arteries. Sudden death due to acute brain stem ischemia might be considered as an explanation in some of these cases. Six case reports with traumatic vertebral artery (VA) lesions after severe or minor extracranial trauma are presented. A review of the literature revealed that this vascular injury has only rarely been directly established by gross pathological examination. Possible consequences of blunt trauma to the head and neck include angiorrhexis, subintimal, intramural and perivascular hemorrhage leading to a partial narrowing of the injured vessel. These processes can be complicated by thrombosis. Unilateral VA obliteration may be an occult risk of acute brain stem ischemia when associated with contralateral reduction of the posterior circulation.

Zusammenfassung

Nach einer Traumatisierung erfolgte regelmäßig die Untersuchung der anatomischen Strukturen der Halswirbelsäule unter Einbeziehung neuropathologischer Befunde am zentralen Nervensystem. Die erhöhte Vulnerabilität der extrakraniellen Vertebralarterien ließ sich bestätigen. Bisher liegen 21 Fälle nach Traumatisierung vor, bei denen die vorgeschriebene Öffnung der drei Körperhöhlen bei der Obduktion und die histologische Untersuchung zunächst keine eindeutige Todesursache erbrachte. Die vorgefundenen Verletzungen und mikroskopischen Befunde waren weder geeignet, den Tod unmittelbar herbeizuführen, noch die medizinische Todesursache zu erklären. Bei den erweiterten Untersuchungen an der Halswirbelsäule waren Autopsiebefunde zu erheben, die für den Eintritt des Todes als bedeutsam zu diskutieren sind. In 15 Fällen wurden Verletzungen der extrakraniellen Vertebralarterien festgestellt. Traumatische Läsionen des Rückenmarks und/oder der Nervenwurzeln lagen in 10 Fällen vor. In 11 Fällen wurde nach Ausschluß anderer Todesursachen unter Berücksichtigung individueller anatomischer Gegebenheiten eine akute Hirnstammischämie infolge traumatischer Vertebralarterienverletzung angenommen. Es werden 6 Fälle berichtet mit einer traumatischen Verletzung der extrakraniellen Arteria vertebralis. Sowohl nach schweren HWS-Traumen als auch bei leichten Traumatisierungen kann es zu einer Gefäßläsion kommen, in deren Folge die verletzte Arteria vertebralis obliteriert. Die Thrombosierung einer Arteria vertebralis im extrakraniellen Abschnitt kann weitgehend durch das kontralaterale Gefäß kompensiert werden. Eine unilaterale Thromboocclusion stellt jedoch ein latentes Risiko für eine akute Hirnstammischämie dar, wenn kontralateral eine kritische Reduktion der vertebrobasilären Versorgung auftritt. Zur Abklärung der eigentlichen Todesursache und für die Beurteilung der Kausalität zwischen äußerer Gewalteinwirkung und Todeseintritt werden bei einem Trauma in der Vorgeschichte und beim Fehlen von Befunden, die den Tod zwanglos erklären können, erweiterte Untersuchungen an der Halswirbelsäule als unverzichtbar angesehen.