Archiv für Psychiatrie und Nervenkrankheiten

, Volume 206, Issue 2, pp 228–236

Ein Medulloblastom mit quergestreiften Muskelfasern

  • J. W. Boellaard
Article

DOI: 10.1007/BF00940750

Cite this article as:
Boellaard, J.W. Arch. F. Psychiatr. U. Z. Neur. (1964) 206: 228. doi:10.1007/BF00940750

Zusammenfassung

Es wird über eine Kleinhirngeschwulst bei einem achtjährigen Knaben berichtet, welche klinisch und makroskopisch einem typischen Medulloblastom entsprach. Das histologische Bild lag innerhalb der häufig beschriebenen Variationsbreite des Medulloblastoms und enthielt quergestreifte Muskelfasern sowie Riesenzellen, die als myogen angesehen werden. Die verschiedenen Ansichten über die Histogenese des Medulloblastoms werden diskutiert. Besonders das teils sarkomatös entartete Bindegewebe sowie das mögliche Vorkommen von Muskelfasern, welche als Bestandteile des Geschwulstgewebes aufgefaßt werden, zwingen zur Annahme einer zumindesten nicht nur neurogenen Herkunft. Es wird auf die Bedeutung der Ganglienleiste als Mesenchymlieferant sowie auf die umfangreichen embryonalen Umbauvorgänge im Bereich der Kopf-Rumpfgrenze als mögliche Faktoren für die Entstehung einer besonderen und einheitlich zu betrachtenden Geschwulstform im Bereich der Kleinhirnmittellinie hingewiesen.

Copyright information

© Springer-Verlag 1964

Authors and Affiliations

  • J. W. Boellaard
    • 1
    • 2
  1. 1.Rheinischen Landeskrankenhaus Bedburg-HauDeutschland
  2. 2.Deutschen Forschungsanstalt für PsychiatrieMax Planck-InstitutMünchen