, Volume 18, Issue 4, pp 213-223

Tödliche Vergiftung (Selbstmord) mit Mysoline und Phenobarbiturat

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Zusammenfassung

  1. Nach der kurzen Erörterung der chemischen und pharmakologischen Eigenschaften des „Mysoline“ und seiner Nebenwirkungen geben Verfasser eine kurze Zusammenfassung der in der Literatur bisher mitgeteilten 8 Fälle von Mysoline-Vergiftungen, von denen 7 heilten und einer ad exitum kam.

  2. Es wird ein eigener Fall mitgeteilt, wo ein 21jähriges Mädchen, das an Epilepsie litt, aus Selbstmordabsicht 79 Tabletten (=19,75 g) Mysoline und 32 Tabletten (3,2 g) Phenobarbiturat eingenommen hatte und nach etwa 30 Std den Folgen der Vergiftung erlag.

  3. Die Anwesenheit des Mysoline und Phenobarbiturats wurde durch Schmelzpunktbestimmung der im Mageninhalt gefundenen Tablettenreste erwiesen. Das Phenobarbiturat wurde außerdem auch papierchromatographisch aus dem subcutanen Fettgewebe nachgewiesen.

  4. Sektionsbefund und Ergebnis der histologischen Untersuchungen: Blutreichtum in den harten und weichen Meningen und im Gehirn. Ödeme in den weichen Meningen und im Gehirn. Blutiges Lungenödem, Blutreichtum in den Lungen, Bronchopneumonie, Segmentation und Fragmentation des Herzmuskels mit kleinen Blutungen; in der Leber Blutreichtum und Ödeme, zentrale Nekrose, parenchymatöse Degeneration, Zerfall der Leberzellentrabekel, Leberzellen in den Lebervenen (Leberzellenmobilisation), parenchymatöse Entartung und Nekrose der Epithelzellen in den Nierenkanälchen (nekrotisierende Nephrose),in der Rinden- und Marksubstanz der verschiedenen Gehirnregionen Blutreichtum, Ödeme, extreme Dilatation der perivasalen Virchow-Robinschen Räume, stellenweise Nekrosen in der Wand von Venen und kleinen Arterien, Gliazellenentartung (Tigrolyse, Karyorhexis, Karyolyse, Homogenisation) und Neuronophagie. Endothelzellenablösung in den Gefäßen der verschiedenen Organe. Schwärzliche Granula in Endothelzellen und Gefäßwänden, im Blut, in den Reticulumzellen von Leber und Milz sowie in den Parenchymzellen.

  5. Es wird die Toxicität, der Abbau und die Ausscheidung von Mysoline und Phenobarbiturat sowie die Entstehungsursache für die beobachteten histologischen Organschädigungen, ihr Mechanismus und ihre Folgen auf Grund eigener Untersuchungen und Literaturangaben erörtert.