, Volume 51, Issue 2, pp 190-210

Neuere vorstellungen über verbreitung und phylogenie der endosymbiosen der zikaden

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Zusammenfassung

Es wind versucht, die Vielfalt der bei den Zikaden auftretenden endosymbiontischen Mikroorganismen und ihrer spezifischen Kombinationen in den systematischen Kategorien ihrer Wirte zu ordnen und möglichst mit phylogenetischen Gesichtspunkten zu interpretieren. Unter Berücksichtigung der Homologiekriterien REMAnES werden dabei Häufig-keit, Verbreitung, Kombinationsfähigkeit sowie die Einpassung in den Wirtsorganismus, vor allem während seiner Ontogenese, benutzt. Danach lassen sick fünf weitverbreitete und offenbar ,„alte” essentielle (Haupt-und Neben-) Symbionten, von denen meist zwei in jeder Made auftreten, von zahlreichen komplementären „jiingeren” (Begleit- und akzessorischen) Symbionten unterscheiden, die auf niedere systematische Einheiten beschränkt sind und nur wenig angepaßt erscheinen. Bei einer neueren Untersuchung der Delphaciden-Symbiose, insbesondere ihrer Ontogenese, durch ERmiscH hat sich jedoch gezeigt, daß die sog. „Hefen” insofern eine Ausnahme bilden, als sie zwar häufige und weitverbreitete, aber offenbar junge und untereinander nicht homologe „Haupt”—Symbionten darstellen. Der bereits früher entworfene, hypothetische Stammbaum der Zikaden und ihrer Endosymbiosen läßt sich dadurch wesentlich vereinfachen. An der gleichzeitig von W. Wagner durchgeführten modernen taxionomischen Revision der europäischen Delphaciden wird der Wert solcher Betrachtungen fur die phylogenetische Analyse der Zikaden dentlich, indem sich eine gute Übereinstimmung zwischen Endosymbiontenbesitz und morphologisch begründetem Zikadensystem ergibt.

Nach einem anläBlich der Ehrenpromotion seines verehrten Lehrers und Freundes, Paul Buchner, in Greifswald im November 1960 gehaltenen Vortrag.