, Volume 50, Issue 5, pp 543-575

Das postembryonale wachstum von hirnteilen bei Apis mellifica L. und Myrmeleon europaeus L.

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Zusammenfassung

  1. Mit Hilfe histologischer \:Untersuchungen wurde das Wachstum der Hirne und ihrer wichtigsten Zontren bei den drei Kasten von Apis an 52 Larven, 27 Puppen und 15 Imagines sowie bei 22 Individuen von Myrmeleon analysiert. Hierbei wurden die jeweiligen Hirn- bzw. Strukturvolumina sowie deren Allometricexponenten ermittelt.

  2. Die Hauptwachstrumsphase des Oberschlundganglions liegt bei den Bienen in der Puppenzeit. Die unterschiedlich lange Entwicklungszeit der Kasten ist nicht ausschlaggebend f\:ur die verschiedeno Ausbildung des Hirns. Vielmehr ist jede Kaste durch besondere Wachstumsgradienten charakterisiert. Das Oberschlungdganglion von Myrmeleon w\:achst in der Larvenzeit negativ allometrisch. Seine Hauptwachstumsphase liegt ebenfalls in der Puppenzeit.

  3. Die Lobi optici werden bei den Bienen schon embryonal angelegt. Sie waehsen zun\:achst bei allen drei Kasten gleichm\:a\sBig positiv alllometrisch und dann fast isometrisch. W\:ahrend sich der Wachstumsgradient bei den Drohnen nicht mehr \:andert, zeigen die beiden weiblichen Morphen vom Beginn der Puppenzeit an eine negative Allometrie. Es ist also nicht etwa das Wachstum der Lobi optici der Drohne verst\:arkt, sondern das der Arbeiterin und K\:onigin abgeschw\:acht. Die positiv allometrisch wachsenden Sehmassen entwickeln sich in der Larvenzeit in der Reihenfolge Medulla externa, Medulla interna, Lamina ganglionaris.

    Der lavale Lobus optieus von Myrmeleon, der eine kleine Sebmasse besitzt, degeneriert zum größten Teil während der Metamorphose. Der Lobus opticus der Komplexaugen bat seine Hauptwachstumsphase in der Puppenzeit. Die Fasermassen der Lobi optici wachsen positiv allometrisch. Der Grad der positiven Allometrie nimmt in der Reihenfolgo Medulla externa, Medulla interna, Lamina ganglionaris ab.

  4. Die Antennalglomeruli der Bienen werden im dritten Larvenstadium ausgebildet. Sie wachsen bei allen drei Kasten positiv allometrisch. Bei den Drohnenimagines sind sie absolut am gr\:o\sBten.

    Bei Myrmeleon sind die Antennalglomeruli sehon im ersten Larvenstadium vorhanden. Sie wachsen in der Larvenzeit sehwach und in der Puppenzeit stark positiv allometrisch. Die männliehe Imago hat größere Antennalglomeruli als die weibliche.

  5. Die Corpora pedunculata sind bei Apis vom zweiten Larvenstadium an zu erkennen. Sie wachsen bei allen drei Kasten positiv allometrisch; aber von Anfang an f\:ur die weiblichen und m\:annlichen Tiere unterschiedlich. Die beiden weiblichen Morphen zeigen vom Beginn der Puppenzeit an verschiedene Wachstumsintensit\:aten. Bei der Arbeiterin sind die Corpora pedunculata relativ und absolut am gr\:o\sBten.

    Die Corpora pedunculata von Myrmeleon wachsen in der Larvenzeit positiv und in der Puppenzeit negativ allometrisch.

  6. Der Zentralk\:orper ist bei den Bienen vom dritten Larvenstadium an kenntlich. Er w\:achst vorwiegond positiv, bei den Drohnen jedoch vom Beginn der Puppenzeit an negativ allometrisch. Sein absoluter Wert ist bei der ausgewachsenen Droline am gr\:o\sBten. Eine umgekchrte Proportionalit\:at zwischen Zentralk\:orper- und Corpora pedunculata-Gr\:o\sBe ist bei den Imagines der drei Kasten deutlich.

    Bei Myrmeleon wächst der Zentralkörper, der pränatal angelegt ist, in der Larvenzeit negativ und in der Puppenzeit positiv allometrisch. Es besteht eine Korrelation im Wachstum von Zentralkörner und Corpora pedunculata.

  7. Der Protocerebrallobus ist bei Apis bereits embryonal entwickelt. Erw\:achst bei den weiblichen Tieren positiv allometrisch, bei den Drohnen vom Beginn der Puppenzeit an negativ allometrisch.

    Bei Myrmeleon ist der Protocerebrallobus relativ groß. Er wächst in der Larvenzeit negativ und in der Puppenzeit positiv allometrisch.

  8. Ein Vergleich der bisher in Larven- wie Imaginalstadien quantitativ analysierten Hirne von Holometabolen und Heterometabolen lehrt, da\sB bei den letzteren eine positiv allometrische Hauptwachstumsphase in den ersten Larvenstadien, bei ersteren dagegen vornehmlich im Puppenstadium bzw. im letzten Larvenstadium (Culex) vorliegt.

    Die Ontogenese der einzelnen Sinneszentren steht jeweils im Einklang mit ihrer Beanspruchung in der Larven- oder Imaginalzeit.