Zeitschrift für vergleichende Physiologie

, Volume 31, Issue 4, pp 454–489

Über das Wesen der Suchbiene

  • Therese zu Oettingen-Spielberg
Article

DOI: 10.1007/BF00338037

Cite this article as:
zu Oettingen-Spielberg, T. Zeitschrift für vergleichende Physiologie (1949) 31: 454. doi:10.1007/BF00338037

Zusammenfassung

  1. 1.

    Wie Versuche mit künstlichen Merkmalen gezeigt haben, können sowohl Düfte als auch Farben anlockend auf Suchbienen wirken. Künstliche Düfte vermögen unerfahrene Bienen nicht anzulocken, wohl aber natürliche Blütendüfte. Bei den Farbversuchen war die gelbe Farbe stets wirksamer als die blaue. Als wirksamstes Reizobjekt aber erwiesen sich, sowohl bei unerfahrenen Bienen als auch bei normalen Völkern, natürliche Blüten.

     
  2. 2.

    Nur eine kleine Zahl von Bienen sind als Suchbienen begabt. Die große Masse reagiert erst auf den Tanz.

     
  3. 3.

    Die Suchfunktion ist sehr labil und die Suchbienen sind viel leichter verstimmbar als die Sammlerinnen. Dies mag seinen Grund darin haben, daß die Reize für die Suchbienen, im Gegensatz zu den Sammlerinnen, nicht zwingend wirksam werden müssen, sondern nur mehr oder weniger anlockend wirken.

     
  4. 4.

    Normale Völker zeigten sich durchweg suchlustiger als Brutableger, besonders isolierten Merkmalen gegenüber.

     
  5. 5.

    Die Sucherinnen sind nicht durch ein bestimmtes Alter oder ein bestimmtes Vorleben charakterisiert. Sowohl unerfahrene, erstausfliegende Bienen als auch erfahrene Sammlerinnen haben die Fähigkeit als Suchbienen zu füngieren. Bei letzteren können also unter bestimmten Umständen Bindungen ihren zwingenden Charakter verlieren, die Biene wird für neue Reize aufgeschlossen und somit zur Suchbiene.

     

Copyright information

© Springer-Verlag 1949

Authors and Affiliations

  • Therese zu Oettingen-Spielberg
    • 1
  1. 1.Zoologischen Institut der Universität MünchenDeutschland

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