, Volume 3, Issue 1, pp 483-509

Experimentelle Untersuchungen über die Wirkung von Meterwellen verschiedener Feldstärke auf das Teilungswachstum der Pflanzen

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Zusammenfassung der Ergebnisse

  1. Es wurde die biologische Wirkung von Meterwellen der Wellenlänge λ = 1,50 m und der Feldstärken 0,1, 0,6, 1, 18, 20, 60, 600 und 1200 mV/m nach zum Teil 3-Minuten- bis 12-Stunden-Bestrahlung am Teilungswachstum der Wurzelspitzen von Vicia faba getestet.

  2. Die elektromagnetischen Wellen üben eine unspezifische Wirkung auf die Zelle aus. Die Beeinflussung der Mitosis ist dieselbe, wie sie bisher nach anderen chemisch oder physikalisch wirksamen Agenzien beobachtet wurde.

  3. Die Kernteilungsfrequenz ist abhängig von der Feldstärke. Geringe Feldstärken — 0,1, 0,6, 1, 18, 20, 60 mV/m — erhöhen die Kernteilungsrate; starke Feldstärken — 600, 1200 mV/m — hemmen sie. Eine optimale Feldstärke scheint um 1 mV/m zu liegen.

  4. Die Kernphasen besitzen eine voneinander unterschiedliche Strahlensensibilität.

  5. In den vorliegenden Versuchen ist die Wirkung der Bestrahlungszeit hervorstechender als die der einzelnen verwendeten Feldstärken. 15-Minuten-Behandlung ergab noch keine statistisch erfaßbaren Änderungen. Die Bestrahlungszeit von 70 Minuten ergibt die weitesten Differenzen in der Kernteilungshäufigkeit. Bei dieser Behandlungsdauer ist daher die unterschiedliche Wirkungsweise der einzelnen Feldstärken am deutlichsten. Dauerbestrahlungen über 6 Stunden bis zur geprüften Zeit von 12 Stunden wirken im großen und ganzen gleichsinnig auf die beiden gewählten Teste.

  6. Feldstärke und Bestrahlungsdauer wirken zusammen über einen sehr komplizierten Komplex von Vorgängen auf Kernteilungsrate und Phasenverteilung.

  7. Die Dauer des gesamten Mitosiscyclus wird durch geringe, fördernde Intensitäten in den ersten Stunden der Bestrahlung möglicherweise verkürzt.

  8. In Anbetracht der großen Bedeutung des biologischen Zeitfaktorsgelingt es nicht, die Ergebnisse im Sinne einer Dosisproportionalität auszuwerten. — Es wurde statt dessen versucht, eine theoretische Kurve über die Abhängigkeit der Kernteilungsfrequenz von der Feldstärke bei einer Bestrahlungszeit von 70 Minuten zu konstruieren.

Herrn Prof. Dr. H. Marquardt danke ich herzlich für wertvolle Kritik. Herrn Prof. Dr. K. O. Kiepenheuer, und Frl. Dozentin Dr. C. Harte für die Anregung zu diesen Untersuchungen.
Die in dieser Arbeit angewandte Methodik ist analysiert in der am Schluß dieses Heftes stehenden Arbeit von C. Harte, Varianzanalyse. Es empfiehlt sich, die Arbeit C. Harte vorher zu lesen.